Eier kochen in der Höhe: Was Sie über den Einfluss der Höhe auf die Kochzeit wissen müssen

Wir verreisen doch alle gerne. Manche treibt es in die Berge, andere stürzen sich lieber ins Meer und selbst Balkonien hat etwas für sich, wenn man denn morgens nicht zur Arbeit muss. Nur ist natürlich nichts ärgerlicher, als wenn man die liebgewonnenen Gewohnheiten von zuhause im Urlaub vermissen muss. Wie das perfekt gekochte Ei am Frühstückstisch.

Egal ob Extrembergsteiger im Basislager oder Dauercamper in Feinrippuniform. Jetzt kann jeder perfekt Eier kochen. Durch den thermischen Ansatz gelingen dem PiepEi immer perfekt gekochte Eier. Egal, auf welcher Höhe Sie sich befinden, egal ob Sie Aussteiger sind und nur ein Ei für sich wollen, oder ob Sie Ihr ganzes Familienrudel bekochen. Egal, ob Sie mit kaltem oder kochendem Wasser starten.

Nicht überall in Europa kocht das Wasser gleich schnell. Die weit verbreitete Annahme, Wasser koche bei 100 Grad Celsius, ist vielerorts falsch. In der Schweiz ist das beispielsweise nirgends der Fall. Denn der Siedepunkt wird direkt vom herrschenden Luftdruck beeinflusst.

Dieser ist nur auf Meereshöhe so hoch, dass dort die 100-Grad-Regel gilt. Mit steigender Höhe sinkt der Druck in der Atmosphäre.

Die Faustregel für das Berechnen des Siedepunkts lautet: ein Grad weniger pro 300 Höhenmeter. In weiten Gebieten der Schweiz kocht das Wasser also bereits zwischen 98 und 99 Grad, während in weiten Teilen Europas 100 Grad nötig sind. Am tiefsten Punkt der Schweiz, dem Lago Maggiore auf 193 Meter über Meer, kocht das Wasser bei 99.26 Grad. Ganz anders sieht es auf dem höchsten Punkt, der Dufourspitze (4634 M.ü.M.) aus. Dort wird Wasser bereits bei rund 84,5 Grad zu Dampf.

Das flüssige Wasser wird nie heisser als der örtliche Siedepunkt vorgibt. Ist dieser erreicht, verlieren die Wassermolekülen den Kontakt untereinander und entweichen als Dampf aus der Flüssigkeit. Das hat direkten Einfluss auf das Kochen in Höhenlagen.

Denn auch wenn das Wasser schneller heiss ist, bringt das keine Zeitersparnis beim Zubereiten von Essen - im Gegenteil. Wer beispielsweise in Arosa auf 1800 Meter Frühstückseier kocht, hat dafür nur 94 Grad heisses Wasser zur Verfügung und muss deshalb deutlich länger als fünf Minuten warten, bis die Eier fertig sind.

Dasselbe gilt auch für Pasta und alle anderen Gerichte, die man im kochenden Wasser zubereitet. Es lohnt sich also, Spaghetti und Co. Beispielsweise auf 1200 M.ü.M. Je nach Höhenlage mehr Zeit für Eier, Pasta etc.

Die Eierkochzeit hängt von der Meereshöhe sowie von der Grösse und der Temperatur des Eis ab. Da Sie Ihre Ostereier ja ganz frisch mögen, kochen Sie diese wie wir erst am Karsamstag, oder? Das Wetter dazu passt ja. R. Auf Meereshöhe braucht ein normales Ei der Grösse M knapp 9 Minuten bis es hart gekocht ist. Auf 500 m ü.M. sind es bereits 9 min 25 s.

Doch warum der Unterschied? Der Siedepunkt von Wasser ist abhängig von der Meereshöhe. Am Meer kocht das Wasser bei 100 Grad, auf dem Mount Everest schon bei 72 Grad. Da ein Ei aber auf mindestens 82 Grad erwärmt werden muss, damit es hart wird, bräuchte man auf dem höchsten Berg der Erde einen Dampfkochtopf. Auf der höchstgelegenen SAC Hütte, dem Solvaybiwak (4000 m ü.M.), braucht ein Osterei bereits über 16 min. In Juf, dem höchstgelegenen Dorf der Schweiz (2100 m ü.M.), sind es 11 min und 33 Sekunden. Auch das Wetter hat einen Einfluss. Zwischen Hoch- und Tiefdruckwetter kann die Kochzeit bis zu 20 Sekunden variieren. Viel entscheidender ist aber die Grösse sowie die Temperatur der Eier. Legt man das Ei direkt aus dem Kühlschrank ins Wasser, braucht es deutlich länger als wenn der Kochvorgang bei Zimmertemperatur startet. Hier gehts zum Eierrechner.

Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab. Damit sinkt der Siedepunkt von Wasser. Die Kochzeit verlängert sich. Auf 1500 Metern liegt die Siedetemperatur nicht mehr bei 100 sondern bei 95 Grad Celsius.

Allerdings gibt es eine chemisch bedingte Höhengrenze. Eiweiss besteht aus 10-11 Prozent Ovalbumin, einem Protein. Dieses gerinnt erst ab einer Temperatur von 84,5 Grad Celsius. Wenn man also oberhalb von 4800 Metern nicht auf ein hart gekochtes Frühstücksei verzichten möchte, muss man einen Schnellkochtopf mitschleppen: Dieser verschiebt die Siedetemperatur durch einen höheren Druck nach oben.

Ab einer Höhe von etwa viereinhalb Kilometern kannst du ein Ei leider nicht mehr hart kochen. Das Eiweiß benötigt zum Stocken eine Temperatur von rund $85\,^\circ\text{C}$. Eine Faustregel ist, dass alle $300$ Meter die Siedetemperatur um rund ein Grad Celsius kleiner wird. Diese Grenze ist also bei $4\,500$ Metern bereits erreicht, denn es gilt: $100\,^\circ\text{C} - \dfrac{4\,500~\text{m}}{300~\text{m}} \cdot 1\,^\circ\text{C} = 85\,^\circ\text{C}$

Das Eigelb mit seiner Gartemperatur von gut $60\,^\circ\text{C}$ wird hingegen theoretisch sogar auf dem Mount Everest noch fest, wo das Kochwasser eine Temperatur von etwa $70\,^\circ\text{C}$ erreicht.

Anmerkung: Das Problem ist nicht, dass das Wasser nicht siedet, sondern dass es, sobald es die Siedetemperatur erreicht hat, nicht mehr heißer wird, bis das gesamte Wasser verdampft ist. Das Wasser siedet also, aber das Ei(weiß) kocht nicht.

Also liegst du ab viereinhalb Tausend Höhenmetern genau auf der Grenze zwischen einem glibberig gekochten Ei und einem durchgebratenen Spiegelei (nochmal Glück gehabt) - aber natürlich nur, wenn du die Eier dort heil hinauf bekommst und nicht schon vorher von der Höhenkrankheit zur Umkehr gezwungen wurdest.

Ob Wasser fest, flüssig oder gasförmig ist, hängt nicht nur von der Temperatur ab, sondern auch vom Druck. Die einzelnen Moleküle im Wasser (wie auch in jeder anderen Flüssigkeit) sind ständig in Bewegung. Wenn die Temperatur erhöht wird, bewegen sie sich stärker und schneller. Bei Temperaturen um den Siedepunkt herum (also wenn das Wasser kocht) gelingt es immer mehr Molekülen an der Wasseroberfläche, in die Luft zu entweichen. Die Anziehungskraft zwischen den Teilchen ist dann nämlich nicht mehr ausreichend, um alle Teilchen in der Flüssigkeit zusammenzuhalten. Das Wasser wird gasförmig: Es wird zu Wasserdampf.

Dies passiert nicht nur an der Wasseroberfläche, sondern überall in der Flüssigkeit, wo sich genügend schnelle Moleküle zusammentun. Auch am Boden des Kochgefässes siehst du zum Beispiel, wie sich kleine Gasblasen bilden und aufsteigen.

Der Druck, der aus der Bewegung (also der Temperatur der Moleküle) entsteht, hat jedoch einen Gegenspieler: den Druck der Luft, die sie umgibt. Die Luftmoleküle möchten ja ebenfalls genügend Platz haben und verteidigen ihr Areal. Die gasförmigen Wassermoleküle werden somit zu einem gewissen Teil wieder in die Flüssigkeit gedrückt. Dies führt zu einem Gleichgewicht, das sich sehr einfach in die eine oder andere Richtung verschieben lässt.

Bei einem Luftdruck von 1.013 bar, was als Normaldruck bezeichnet wird, verdampft Wasser bei 100°C. Der Luftdruck in den Bergen ist kleiner als am Meer, und das Wasser siedet darum bereits bei tieferer Temperatur. Auf dem Mount Everest beträgt der Luftdruck aufgrund der grossen Höhe mit 0.326 bar nur knapp ein Drittel des Normaldrucks, und Wasser siedet dort bereits bei 71°C. Auch in der Schweiz kann man Wasser bereits bei 85°C kochen. Dazu reicht es, auf einen der höchsten Schweizer Berge zu klettern und auf 4500 Meter bei ca. 0.577 bar den Gaskocher zu entfachen.

Allerdings heisst das nicht, dass auch das Kochen dann schneller geht. Im Gegenteil, man muss länger auf sein Essen warten, da die Rüebli, Eier, Teigwaren, usw. bei nur 85°C gegart werden müssen.

Alle, die ihre Ostereier nicht schon gekocht haben, aufgepasst: Die Eierkochzeit hängt von der Meereshöhe sowie von der Grösse und der Temperatur des Eis ab. In der Schweiz dauert es zwischen 8 und 17 Minuten. R. Auf Meereshöhe braucht ein normales Ei der Grösse M knapp 9 Minuten, bis es hart gekocht ist. Auf 500 m ü.M. sind es bereits 9 min 25 s.

Doch warum unterscheiden sich die Kochzeiten überhaupt? Der Siedepunkt von Wasser ist abhängig vom Luftdruck. Dieser nimmt mit der Höhe ab. Am Meer kocht das Wasser bei 100 Grad. Auf dem Mount Everest ist der Luftdruck viel tiefer und das Wasser kocht bereits bei 72 Grad. Da ein Ei aber auf mindestens 82 Grad erwärmt werden muss, damit es hart wird, bräuchte man auf dem höchsten Berg der Erde einen Dampfkochtopf. Auf der höchstgelegenen SAC-Hütte, dem Solvaybiwak (4000 m ü.M.), braucht ein Osterei bereits über 16 min. In Juf, dem höchstgelegenen Dorf der Schweiz (2100 m ü.M.), sind es 11 min und 33 Sekunden. Auch das Wetter hat einen Einfluss. Zwischen Hoch- und Tiefdruckwetter kann die Kochzeit bis zu 20 Sekunden variieren. Viel entscheidender sind aber die Grösse und die Temperatur der Eier. Legt man das Ei direkt aus dem Kühlschrank in das Wasser, braucht es deutlich länger als bei einem Ei mit Zimmertemperatur. Hier geht es zum Eierrechner.

Hier ist eine Tabelle, die die Kochzeiten für Eier in verschiedenen Höhen zusammenfasst:

Höhe über dem Meeresspiegel Kochzeit für ein hartgekochtes Ei (Größe M)
Meereshöhe 9 Minuten
500 m 9 Minuten 25 Sekunden
2100 m (Juf, Schweiz) 11 Minuten 33 Sekunden
4000 m (Solvaybiwak) Über 16 Minuten

Also noch viel Spaß im Urlaub, bei der Urlaubsplanung oder einfach dem Frühstück am Sonntag zuhause.

Eier Kochzeit: Eier weich, hart oder wachsweich kochen

tags: #eier #kochen #in #hoheren #lagen