Der Zopf: Eine Filmkritik

Der Film "Der Zopf", basierend auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Laetitia Colombani, erzählt die Geschichten dreier Frauen auf unterschiedlichen Kontinenten, deren Leben auf bewegende Weise miteinander verwoben sind. Colombani selbst hat ihr Werk verfilmt.

Die Handlung

Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein:

  • Smita (Mia Maelzer): Sie lebt mit ihrer kleinen Tochter Lalita und ihrem Mann in Indien. Ihre Familie gehört der niedrigsten Kaste an, den "Unberührbaren". Smita setzt alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt, um dem Elend zu entkommen.
  • Giulia (Fotinì Peluso): Sie lebt in Sizilien und entdeckt nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Giulia muss den Betrieb übernehmen, der Menschenhaar für die Herstellung von Perücken kauft.
  • Sarah (Kim Raver): Sie ist eine erfolgreiche Anwältin in Montreal und alleinerziehende Mutter. Sie soll Partnerin der Kanzlei werden, erfährt dann aber von ihrer schweren Erkrankung.

Obwohl Smita, Giulia und Sarah sich nie begegnet sind, sind ihre Leben auf einzigartige Weise miteinander verwoben.

Stärken und Schwächen der Verfilmung

In den ersten Minuten des Films wird der Alltag von Smita als Unberührbare eindrücklich dargestellt. Die Ungerechtigkeit schreit aus der Leinwand, doch Smita ist bemüht, ihren Stolz und eine aufrechte Haltung zu bewahren.

Trotz des vielversprechenden Anfangs gibt "Der Zopf" jedoch schnell ab. Die Erzählungen wirken abgehackt und die Charaktere entwickeln sich nur wenig. Colombani gibt sich mit einer schwachen Variante der Verfilmung zufrieden. Die Entscheidung, die Struktur des Buches beizubehalten, in dem sich die Kapitel zwischen den verschiedenen Erzähler:innen abwechseln, funktioniert für die filmische Umsetzung leider nicht befriedigend.

Die Protagonistin des italienischen Teils der Geschichte, Giulia, ist keine Sympathieträgerin. Ihre Geschichte entwickelt sich zu schnell, als dass sie überhaupt greifbar wäre. Auch der in Kanada spielende Teil holt dieses Manko nicht auf. Die Dialoge wirken hölzern und unnatürlich.

Besonders frustrierend ist, dass die Geschichte Potenzial gehabt hätte, wären die Fokuspunkte gezielter gewählt worden.

DER ZOPF Trailer German | Deutsch

Visuelle Umsetzung und schauspielerische Leistungen

Die Kameraführung im Film ist wundervoll. Nahaufnahmen auf die Gesichter der Charaktere sind genauso gezielt gewählt wie weitläufige Bilder und bewegte Aufnahmen. Der Film ist enorm schön anzusehen.

Die Szenen, in denen wenig bis gar nicht gesprochen wird, beweisen zudem, dass die unnatürlich wirkenden Gespräche und gehetzten Ereignisse nicht an fehlenden Schauspieltalenten vor der Kamera liegen. Vor allem Kim Raver bringt ihre innere Unruhe überzeugend rüber, und auch Mia Maelzers Mimik berührt.

Die Metapher des Zopfs

Drei Frauen mit drei unterschiedlichen Lebensentwürfen, versuchen, sich aus schwierigen Umständen zu befreien. Die namensgebende Metapher des Films ist eindeutig.

Das Buch zum Film

Details zum Film

Der Film "Der Zopf" basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Laetitia Colombani. Die Autorin hat das Werk selbst verfilmt. Der Film erschien am 7. März.

Hauptdarstellerinnen:

  • Mia Maelzer als Smita
  • Fotinì Peluso als Giulia
  • Kim Raver als Sarah

Weitere Informationen:

Merkmal Details
Regie Laetitia Colombani
Basierend auf "Der Zopf" von Laetitia Colombani
Erscheinungsdatum 7. März

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