Antibiotika sind Medikamente, die Ärzte oft verschreiben, um bakterielle Infektionen zu behandeln. Dabei werden nicht nur die "bösen" Bakterien abgetötet, die uns krank gemacht haben, sondern auch viele der "guten". Deshalb kann es nach der Einnahme von Antibiotika zu einer Reihe gesundheitlicher Folgeerscheinungen kommen, von schlechtem Schlaf über Verdauungsprobleme bis hin zu geschwächter Immunabwehr oder Hautproblemen.
Weil aber auch die Darmflora durch Antibiotika stark in Mitleidenschaft gezogen wird, ist es wichtig, sich nach der Behandlung darum zu kümmern. Nach einer Antibiotikabehandlung kann es dauern, bis die Darmflora wieder im Gleichgewicht ist. Hat man sich eine bakterielle Infektion eingefangen, sterben die krankmachenden Keime nach einer Antibiotikabehandlung normalerweise ab.
Wie baut man nach einer 14-tägigen Antibiotika-Therapie das Mikrobiom im Darm wieder auf? Adrian Egli rät eher von einer Behandlung mit Probiotika ab. Es gibt eine Studie aus Israel, welche gezeigt hat, dass die Behandlung mit Probiotika die Regenerierung der Darmflora eher verzögert.
Wie kann man die Darmflora wieder aufbauen?
Wer die Gesundheit seiner Darmflora wiederherstellen will, kann auf verschiedene Methoden einer Darmsanierung zurückgreifen. Zumeist geht diesen Maßnahmen eine Darmreinigung voraus, bevor der eigentliche Aufbau der gesunden Darmflora erfolgt. Unter Darmreinigung versteht man die Befreiung des Darmtraktes von schädlichen Keimen und Giftstoffen. Dies geschieht meist mithilfe entgiftender Fastenkuren.
Nach der Entgiftung folgt die Darmsanierung. Sie bezeichnet den gezielten Aufbau der Darmflora durch die Einnahme von Laktobazillen und Bifidobakterien sowie die Anregung der produktiven Bakterien innerhalb des Darmes. Wer seinen Darm sanieren möchte, kann zu diesem Zweck auf verschiedene Lebensmittel, insbesondere Probiotika und Präbiotika, zurückgreifen.
Ernährungstipps für den Darmaufbau
Einen wesentlichen Schlüssel für die Gesunderhaltung der Darmflora bietet die Ernährung. Eine ausgewogene Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln wirkt sich auf die Darmflora positiv aus. Frisches Obst und Gemüse sowie möglichst viele basische Lebensmittel helfen dabei, den Darm gesund zu sanieren. Als Getränke kommen vor allem klares Wasser und Kräutertees in Frage.
Weitere Tipps:
- Essen Sie ausgewogen und vermehrt Früchte und Gemüse.
- Verzichten Sie auf Fast Food.
- Nehmen Sie Antibiotika nur unter ärztlicher Aufsicht ein.
Nach Antibiotika - Darmflora aufbauen
Hier sind einige konkrete Tipps, wie Sie Ihre Darmflora nach einer Antibiotikabehandlung unterstützen können:
- Suppe (mit Knochen): Enthält eine Vielzahl an Nährstoffen, darunter etwa essentielle Aminosäuren und Mineralstoffe.
- Fermentierte Lebensmittel: Essen Sie viel Joghurt, Kombucha, Kefir, Sauerkraut, eingelegtes Gemüse, Miso, Tempeh, Natto oder Kimchi - um nur ein paar zu nennen. Fermentierte Lebensmittel enthalten eine Vielzahl an Bakterien, die die Darmgesundheit unterstützen. So bekommen Sie wieder die „guten“ Bakterien in den Darm.
- Stress reduzieren: Sorgen Sie aktiv für mehr Entspannung in Ihrem Alltag. Die eigene Stimmung und das eigene Stresslevel beeinflussen die eigene Gesundheit mehr, als allgemein angenommen wird. Wie Untersuchungen gezeigt haben, fördert Stress das Wachstum von „schlechten“ Bakterienstämmen, was wiederum die Vielfalt der Mikrobioms im Darm reduziert und sich so negativ auswirkt.
- Ballaststoffe: Probiotische Bakterien im Verdauungssystem brauchen die richtige Nahrung, um sich zu vermehren, und die meisten davon ernähren sich von Ballaststoffen. Diese finden sich in vielen natürlichen Lebensmitteln.
Probiotische Nahrungsmittel wie Joghurt und Kefir unterstützen das Mikrobiom. Einige Milchsäurebakterien sind jedoch auch in Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Buttermilch oder Sauerkraut zu finden. Einige sterben beispielsweise beim Kontakt mit Sauerstoff. Einige Milchsäurebakterien sind jedoch auch in Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir, Buttermilch oder Sauerkraut zu finden.
Präbiotika sind Nahrungsbestandteile wie lösliche Ballaststoffe, die selbst nicht verdaut werden können, aber die Darmtätigkeit positiv anregen. Insbesondere fördern sie das Wachstum gesundheitsfördernder Bakterien im Dickdarm und helfen so, ein gesundes Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen. Lösliche Ballaststoffe wie Pektin, Inulin oder Oligofruktose sowie resistente Stärke begünstigen die Darmgesundheit.
Bei der Zerlegung dieser Ballaststoffe durch die Darmbakterien entstehen kurzkettige Fettsäuren, wie zum Beispiel Buttersäure, welche die Zellen der Darmschleimhaut ernährt. Ballaststoffe finden Sie zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten oder Kartoffeln.
Eine Darmkur mit Bakterien kann mit Präbiotika kombiniert werden. Präbiotika sind zum Beispiel Ballaststoffe, die als Futter für die Darmbakterien dienen.
Tabelle: Lebensmittel zur Unterstützung der Darmflora
| Lebensmittelgruppe | Beispiele | Wirkung |
|---|---|---|
| Fermentierte Lebensmittel | Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kombucha, Kimchi | Enthalten probiotische Bakterien |
| Ballaststoffreiche Lebensmittel | Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Artischocken, Lauch | Dienen als Nahrung für Darmbakterien |
| Basische Lebensmittel | Obst, Gemüse | Helfen, den Darm gesund zu sanieren |
Die Darmschleimhaut, unsere grösste Schleimhaut, erneuert sich alle zwei bis drei Tage und ist deshalb besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen angewiesen.
Mit Probiotika werden dem Darm lebende Bakterien zugeführt. Meist handelt es sich um Milchsäurebakterien. Zu den bekanntesten Vertretern gehören zum Beispiel Bifidobakterien, Lactobacillus acidophilus oder Lactobacillus rhamnosus. Sie sind wichtige Bestandteile der natürlichen Darmflora des oberen und unteren Verdauungstraktes.
Die Milchsäurebakterien halten den pH-Wert im Darm im sauren Bereich und schaffen so einen Raum für gesundheitsfördernde Bakterien. Im Handel sind Tropfen, Kapseln, Pulver oder Tabletten zu finden.
Es ist wichtig zu beachten, dass eine gestörte Darmflora Symptome wie Autoimmunerkrankungen, insbesondere entzündliche Darmerkrankungen - beispielsweise Reizdarm, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa - hervorrufen kann. Auch Allergien, Unverträglichkeiten und Adipositas stehen in einem engen Zusammenhang mit einer veränderten Darmflora.
Eine Analyse der Darmflora kann wichtige Hinweise für eine zielgerichtete Therapie bieten. Im Rahmen einer Darmfloraanalyse wird der Stuhl einerseits qualitativ auf Krankheitserreger (beispielsweise Salmonellen) hin untersucht. Zum anderen wird mittels einer quantitativen Analyse die Anzahl der einzelnen Bakterien der Darmflora und deren Zusammensetzung bestimmt.
In schweren Fällen einer Dysbiose kann eine ärztliche Behandlung unumgänglich sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich chronische Erkrankungen auf eine Schädigung der Darmflora zurückführen lassen und diese nicht durch eine Umstellung der Ernährung und der Lebensweise behoben werden kann. Als Facharzt ist ein Gastroenterologe der richtige Ansprechpartner, der über verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten verfügt.
Letztendlich ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu hören und eine ganzheitliche Herangehensweise zu wählen, um die Darmflora nach einer Antibiotikabehandlung wieder aufzubauen und langfristig gesund zu erhalten.

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