Cocktail Rezepte: Eine Reise durch die Welt der Mixgetränke

Um scharfe Schnäpse zu verdünnen und schmackhafter zu machen, entstanden verschiedenste Cocktail Rezepte. Ob in meiner Heimat Chur, im kleinen Zürich oder im grossen Berlin - eine gute Bar ist eine gute Bar. Auf, am oder an der Wand hinter dem Tresen stapeln sich unzählige Gläser verschiedenster Formen und Grössen.

Shaker, Messbecher, Löffel, Trinkhalme warten sauber aufgereiht auf die flinken Hände der Bartender. Unzählige Schnäpse und Liköre reihen sich aneinander und werden mit sich selbst, gekühlten Limonaden oder Fruchtsäften zu süssen, fruchtigen, sauren oder bitteren Cocktails geschüttelt und gerührt. Cocktails kann man auch ganz einfach zuhause für die Party mixen.

Cocktail Rezepte können aber auch alkoholfrei sein oder mit wenig Alkohol zubereitet werden. Von Früchten über Sahne oder Fruchtsaft bis hin zu sehr starken Alkoholika findet man alles in den verschiedenen Variationen. In deiner und meiner Hausbar braucht’s an Bar-Utensilien natürlich nur einen Bruchteil. Aber welchen?

Das Angebot ist gigantisch und der Platz in der privaten Küche knapp bemessen. Darum hier eine Zusammenfassung, was es in Sachen Spirituosen, Likören und weiteren Flüssigkeiten gibt. Vor allem aber, was du dir für deine Hausbar anschaffen solltest - und was ich mir in die Bar gestellt habe.

Drei Cocktail-Rezeptbücher hab ich mir angeschafft, um zu sehen, welche Drinks es überhaupt gibt und welche Zutaten man dafür braucht. Darin sind natürlich manche Klassiker dreifach vertreten. Alles in allem würde ich aber sagen, dass da einige Hundert Cocktail-Rezepte zusammenkommen.

Die simpelsten bestehen aus drei, die kompliziertesten locker aus acht bis zehn Zutaten - Deko nicht eingeschlossen. Jetzt will ich ja nicht jeden dieser Drinks sofort mixen können. Eine kleine, feine Auswahl klassischer und moderner Cocktails soll es aber schon sein.

Ich gehe hier nicht allzu sehr in die Tiefe bei den verschiedenen Spirituosen, Likörs und Füllgetränken. Ich versuche, dir eine Übersicht geben, welches die wichtigsten Zutaten sind, die in eine Hausbar gehören.

Was es dafür wirklich braucht und worauf du verzichten kannst, das habe ich dir einmal zusammengefasst. In diesem Teil geht es um Spirituosen und Mischgetränke.

Die Basis: Spirituosen für jeden Geschmack

Gemäss Duden zählen dazu alle Getränke mit einem Alkoholgehalt von über 20 Volumenprozent, andere Quellen sagen sogar schon ab 15. Ich fasse darunter aber nur hochprozentige Getränke zusammen, die gemeinhin als Schnaps bezeichnet werden, und handle Liköre separat ab.

Das sind die Spirituosen, die ich für Drinks brauche. (Stand November 21)

Wodka

Wodkas sind meistens Weizen- oder Kartoffeldestillate, die klar und praktisch geruchs- und geschmacklos sind. Verkauft werden sie in der Regel mit 40 bis 44 Volumenprozent. Geruchslos ist Wodka, weil er in der Herstellung bis auf 96 Volumenprozent gebrannt und dann mit Wasser verdünnt wird. Im Prinzip kann Wodka aus jedem kohlenhydrathaltigen Rohstoff hergestellt werden. In verschiedenen Ländern, z.B. Frankreich, gibt es auch Wodka aus Trauben.

Gin

Vereinfacht gesagt ist Gin Rohalkohol, der mit verschiedenen pflanzlichen Geschmacksträgern aromatisiert wurde. Zwingend muss Wacholder ein dominant wahrnehmbarer Geschmacksträger sein. Dazu können nach Belieben weitere sogenannte Botanicals wie Koriandersamen, Zitrusfrüchte, Ingwer oder beliebige andere dazu kommen. Die Aromatisierung erfolgt durch ein- oder mehrfaches Destillieren des Rohalkohols. Die Botanicals können darin eingelegt sein oder der Alkoholdampf wird über die Botanicals geleitet und nimmt dabei die Aromen mit. In der Schweiz muss Gin mindestens einen Alkoholgehalt von 37,5 Volumenprozent aufweisen.

Tequila/Mezcal

Ist Mezcal eine Unterart von Tequila oder doch umgekehrt? Beides sind Spirituosen aus Mexico, aus dem Herzen der Agaven-Pflanze destilliert. Um die Frage zu beantworten: Tequila ist eine Art von Mezcal. Also: Jeder Tequila ist auch ein Mezcal, aber nicht jeder Mezcal ist ein Tequila.

Zwei Kriterien sind dabei wichtig: erstens die geografische Herkunft und zweitens die Rohstoffe. Mezcal wird aus verschiedenen Agavenarten hergestellt und muss zu mindestens 51 Prozent aus dem Saft von Agaven produziert sein. Tequila ist eine Art von Mezcal, die aus einer einzigen Agavenart, der blauen Agave, hergestellt wird und auch nur in einigen Regionen rund um die Stadt Tequila.

Üblich ist für Tequila ein Alkoholgehalt von 38 bis 40 Prozent. Für Tequila werden ausserdem zwei Reinheitsstufen und fünf Alterungsgruppen unterschieden.

  • Entweder besteht ein Tequila zu 100 Prozent aus Agave oder zu mindestens 51 Prozent, wobei der Rest meist Rohrzucker ist.
  • Der reine Tequila darf nur in Flaschen abgefüllt versendet werden, der sogenannte Mixto auch im Fass.

Die fünf Altersstufen heissen:

  • Silver, blanco, plata: Direkt nach der Destillation abgefüllt
  • Gold, joven, oro: Mischung aus Silver und einem gealterten Tequila
  • Aged, reposado: Mindestens zwei Monate im Eichenfass gelagert
  • Extra-aged, añejo: Zwischen einem und drei Jahren im Eichenfass gelagert, maximal 600 Liter Volumen
  • Ultra-aged, extra-añejo: Mindestens drei Jahre im Eichenfass gelagert

Rum

Rum gibt es in Weiss und in Braun. Ganz einfach? Rum wird mehrheitlich aus Rohrzuckermelasse hergestellt. Es gibt ausserdem Rum aus frischem Rohrzuckersaft. Nach der Destillation beträgt der Alkoholgehalt zwischen 65 und 75 Volumenprozent. Durch Verdünnung mit destilliertem Wasser wird daraus weisser Rum. Dieser wird entweder in Edelstahlfässern oder in Holzfässern gelagert.

Durch die Lagerung im Holzfass nimmt er, je nach Dauer der Lagerung, eine mehr oder weniger intensive Farbe an, wodurch er zum braunen Rum wird. Zudem verändert sich der Geschmack des Rums. Rum stammt ursprünglich aus der Karibik, wobei es wichtig ist, von welcher Insel er stammt. Es gibt Cocktails, zum Beispiel den Planter’s Punch, für die im Originalrezept verschiedene Rums von verschiedenen Inseln verwendet werden.

Whiskey/Whisky

Ja, diese unterschiedlichen Schreibweisen sind wichtig und haben (meistens) mit der Herkunft zu tun. Whiskey schreibt man den Schnaps in Irland und den USA, Whisky in Schottland. Es gibt aber Ausnahmen. Und für Whisk(e)ys aus anderen Ländern der Welt, wie der Schweiz oder Japan, gibt es keine Regel.

So und jetzt zum Wesentlichen: Whisky wird aus Getreide destilliert. Das kann Weizen, Roggen, Hafer oder sonst ein Getreide sein. In der EU gilt dann eine Mindestlagerdauer von drei Jahren in Holzfässern. In anderen Ländern gibt es eigene Regeln. Diese legen etwa Alkoholgehalt - in der EU mindestens 40 Volumenprozent - oder Destillationsverfahren fest. In den USA ist Whiskey aus Mais unter der Bezeichnung Bourbon weit verbreitet.

Das sind die wichtigsten fünf Spirituosen, die auch in einer kleinen Hausbar Platz finden sollten. Weil ich aber sowieso schon mehrere Whiskys, zwei Gins und je einen weissen Rum und Wodka zu Hause hatte, sind nur noch ein brauner Rum und ein Tequila dazu gekommen. Damit bin ich bis jetzt gut gefahren. Die verschiedenen Obst-Brände, die ich auch habe, fanden bisher keine Verwendung in Cocktails.

Liköre: Die süsse Ergänzung

Wie gesagt, zählen Liköre offiziell zu den Spirituosen. Definiert werden Liköre über den Zuckergehalt, der mindestens 100 Gramm pro Liter betragen muss. Üblicherweise haben sie einen Alkoholgehalt zwischen 15 und 35 Volumenprozent, wobei es gegen oben Ausnahmen gibt.

Hergestellt werden Liköre meist durch eines von zwei Verfahren. Erstens gibt es die Mazeration. Dabei werden Kräuter oder Früchte in Alkohol eingelegt und anschliessend destilliert. Danach erneut verdünnt und gesüsst. Zweitens gibt es Mischliköre, wofür Alkohol mit Wasser, Zucker und Sirup gemischt wird.

Bekannte und recht weit verbreitete Liköre sind:

  • Amaretto
  • Baileys
  • Cointreau
  • Curaçao
  • Kahlùa
  • Limoncello
  • Malibu
  • Röteli

Bitterliköre

Eine spezielle Kategorie innerhalb der Liköre sind Bitter, die vom Alkoholgehalt her in der gleichen Kategorie spielen wie die süssen Liköre, aber eben bitter im Geschmack sind.

Dazu gehören etwa:

  • Aperol
  • Campari
  • Ramazotti

Die Listen oben sind sehr selektiv und könnten ausufernd lang werden. Als Mischgetränk für Cocktails stehen in meiner Hausbar längst nicht alle. Tatsächlich habe ich einen Cointreau (Orangenlikör), eine Flasche Malibu (Kokoslikör), eine Flasche Blue Curaçao (Orangenlikör) wegen der Farbe, einen Aperol und einen Campari.

Wirklich regelmässig brauche ich aber eigentlich nur den Cointreau, den Aperol und den Campari. Das kann aber auch einfach an meiner persönlichen Vorliebe für eher saure und bittere Drinks liegen.

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Wein, Sekt & Co.: Spritzige Alternativen

Grundsätzlich finden in der Cocktail-Kultur durchaus auch klassische Rot- und Weissweine Verwendung. Gängiger sind aber einige spezielle Wein-Varianten.

Schaumwein

Ein Kohlensäure-Überdruck von mindestens 3 bar, ein Alkoholgehalt von mindestens 9,5 Volumenprozent und eine Herkunftsangabe auf dem Etikett: Das sind die Anforderungen, die ein Wein erfüllen muss, um als Schaumwein zu gelten. In Deutschland und Österreich sind Sekte bekannt, in Italien Prosecco und in Frankreich natürlich Champagner. Unterschieden werden dabei sieben Süssegrade von süss über trocken bis naturherb.

Gespriteter Wein

Gespritete oder verstärkte Weine oder auch Likörweine sind Weine, die während der Produktion mit Alkohol angereichert werden. In diese Kategorie gehören Süssweine wie der italienische Vin Santo, Portweine, Marsalas oder Muscats.

Für Cocktails wichtig(er) als die Süssweine sind die ebenfalls verstärkten, aber nicht süssen, Weine Sherry und vor allem Wermut. Sherry stammt aus Südspanien und ist trockener Weisswein, der mit Branntwein verstärkt wird und dann nochmal weitergährt. Je nach Typ haben Sherrys zwischen 14,5 und 17 Volumenprozent Alkohol.

Wermut verdankt seinen Namen dem Wermutkraut, mit dem der aufgespritete Wein zusätzlich versetzt wird und dessen bittere Aromen er aufnimmt. Wermut gibt es, je nach Ursprungswein, in rot, weiss oder rosé.

In meiner Hausbar stehen je eine Flasche weisser und roter Wermut. Ebenfalls vorhanden sind Portwein und Marsala, diese aber mehr zum Kochen und (bisher) nicht für Cocktails. Die eine oder andere Flasche Sekt und Champagner hatte ich früher schon zur Hand, falls es mal etwas zu feiern gibt, und jetzt kommen sie zusätzlich auch mal für einen Drink zum Einsatz.

Sirup: Süsse und Aroma

Sirupe bringen Süsse, Aromen und manchmal Farbe in Cocktails. Die Vielfalt im gut sortierten Detailhandel ist schier unerschöpflich: von klassichen Fruchtsirupen über Gewürze zu Kräutern und weiter zu Nüssen oder auch Kaffee, Ingwer und Basilikum.

In Cocktailbars ist es aber auch ganz normal, dass für Eigenkreationen die gerade benötigen Sirups selbst hergestellt werden. Kürzlich habe ich von Karotten-, Gurken- und Randen-Sirups gelesen.

Bei mir im Barschrank stehen ein reiner Zuckersirup, den ich am häufigsten brauche, ein Mandelsirup (für Mai Tais), Grenadine und dazu auch Maracuja, Kokos. Letztere sind aber alle noch praktisch voll...

Fillers: Auffüllen und Verfeinern

Unter Fillers versteht man in der Cocktail-Kultur Mischgetränke, die zum Auffüllen oder Strecken von Drinks benutzt werden. Zusammengefasst gehören dazu Limonaden, Mineralwasser und Fruchtsäfte. Im Prinzip kann man auch Schaumweine dazu zählen und auch Bier dient manchmal als Filler.

Oft wird Mineralwasser verwendet, was den Geschmack eines Drinks nicht verändert. Mit Cola, Ginger Ale, Ginger Beer, Tonic oder sonst irgend einer Limonade kann ein Drink zusätzlich gesüsst oder geschmacklich verändert werden. Genauso mit Fruchtsäften, bei denen Orangen-, Zitronen- und Limettensaft am häufigsten Verwendung finden. Aber auch Ananas-, Cranberry- oder Grapefruitsaft sind gängig.

Orangensaft hat es in meiner Küche sowieso meistens. Ebenso Ginger Beer und Tonic. Ananas-, Cranberry- und Grapefruitsaft stehen jetzt auch oft bereit. Zitronen- und Limettensaft presse ich frisch und eine Flasche Mineralwasser steht auch immer im Kühlschrank.

Cocktailbitters: Das gewisse Etwas

Jetzt stossen wir in Sphären vor, die für eine Hausbar nicht wirklich essenziell sind. Cocktailbitters sind alkoholische Flüssiggewürze. Ihr Geschmack ist, wie der Name sagt, mehr oder weniger bitter, kann dazu aber stark variieren. Im Prinzip kann man, wie bei den Sirupen, so ziemlich aus jeder pflanzlichen Zutat einen Cocktailbitter herstellen.

Am häufigsten brauchen Bars die gleichen zwei, drei Bitters: Angostura, Orange und Lemon. Bitters werden nur in Kleinstmengen, einzelne Tropfen oder Spritzer, eingesetzt.

Diverses: Rahm und Eiweiss

Bei Cocktails geht es neben dem Geschmack und dem Aussehen immer mal auch um die Textur. Um die zu verändern, stehen in manchen Cocktail-Rezepten entweder Rahm oder Eiweiss als Zutat. Das dürfte in keiner Küche ein Problem sein, das habe ich - und du sicher auch -immer im Kühlschrank.

Deko: Das Auge trinkt mit

Um deinen Drink im besten Licht zu präsentieren, brauchst du einmal frische Zitrusfrüchte für Scheiben oder Zesten, ein anderes Mal Cocktailkirschen, eine frische Ananas oder auch eine Salatgurke. Gezielt kaufe ich höchstens mal Zitrusfrüchte für Cocktails. Meistens heisst es aber einfach: Habe ich gerade da, oder halt nicht.

Ach ja, fast vergessen: Cocktailspiesschen, um die Kirschen aufzuspiessen und Trinkhalme! Ganz wichtig.

Schwarz-Rot-Gold-Cocktail: Ein Rezept für Deutschland-Fans

Der Schwarz-Rot-Gold-Cocktail ist ein fruchtiges Rezept, das die nationalen Farben Deutschlands in Form von drei Schichten in einem Glas veranschaulicht. Er ist ein idealer Sommerdrink, der sowohl optisch als auch geschmacklich beeindruckt und sich besonders gut für Festlichkeiten wie den Tag der Deutschen Einheit oder sportliche Großereignisse eignet.

Rezeptvarianten

Es gibt zwei Hauptrezeptvarianten: eine, die sich auf alkoholische Schnäpse konzentriert, und eine andere, die Eierlikör, Beeren und weitere Zutaten kombiniert.

Variante 1: Mit Schnäpsen

  1. Schwarze Schicht (z.B. Johannisbeersaft)
  2. Rote Schicht (Erdbeer-Limes)
  3. Goldene Schicht (Wodka oder Kaffeelikör)

Variante 2: Mit Eierlikör und Beeren

  1. Eierlikör
  2. Rote Beeren-Sorbet-Schicht
  3. Schwarze Schicht

Nährwertanalyse

Die zweite Rezeptversion bietet eine ausführliche Nährwertanalyse für zwei Cocktailgläser. Der Cocktail enthält eine relativ hohe Menge an Zucker, was auf die Verwendung von Grenadine und Puderzucker zurückzuführen ist. Dennoch bietet er auch einige Nährstoffe wie Vitamin C, Vitamin B-Gruppe und Biotin. Der Eierlikör, der im Rezept verwendet wird, ist laktosefrei, glutenfrei und frei von Farb- und Aromastoffen.

Die Geschichte des Cocktails

Ursprünglich wurde der Cocktail in den USA erfunden. Im Amerika des 19. Jahrhunderts gab es kaum Auswahl an alkoholischen Getränken. So waren vor allem verschiedene Whiskeys und selbst gebrannte Getreideschnäpse erhältlich. Das stellte die Barkeeper vor ein Problem: Die Gäste wurden von den hochprozentigen Spirituosen auch bei kleineren Mengen schnell betrunken. Also begannen sie, die Drinks mit Fruchtsäften oder Limonaden zu strecken.

Während der Prohibition wurde dann der Cocktail im klassischen Sinn „erfunden“. Da Alkohol zu dieser Zeit verboten war, mussten sich die Barkeeper erneut etwas einfallen lassen. So mischten sie mehrere Sorten Alkohol in Silberbechern. Die geschüttelte und verrührte Flüssigkeit wurde dann als Mixgetränk zusammen mit Fruchtsaft offeriert, wodurch niemand Verdacht schöpfte.

Cocktail-Trends 2017

Laut Eric Hennig, Bar Manager der Onxy Bar in Zürich, wird Wermut nächstes Jahr ein grosses Thema sein. Der Serviceangestellte Dominik Hartmann sieht im Jahr 2017 vor allem den Moscow Mule vermehrt über die Theke wandern.

«In der Schweiz braucht es immer ein bisschen länger, bis gewisse Trends aus der internationalen Barszene bei uns Fuss fassen können», so Moe Akkad. Er selbst wird im nächsten Jahr öfters mit der mexikanischen Spirituose Mezcal arbeiten. Diese wird aus den Herzen verschiedenen Agavenfrüchten gewonnen, welche traditionell mehrere Tage unter der Erde geräuchert werden. Der leicht rauchige und etwas harzige Schnaps ist Akkads Meinung nach einer der schönsten und spannendsten Spirituosen.

Cocktail Rezept: French 99

Empfehlung aus der Bar Conto4056 in Basel, Cocktail by Chloé Merz

  • 1 Thymianzweig
  • 2 cl Sipsmith Sloe Gin
  • 1 cl Zitronensaft
  • 0,5 cl Zuckersirup
  • Zum Auffüllen: Champagner (De Saint Gall, Premier Cru)

Geben Sie den Gin, den Thymianzweig, den Zuckersirup und den Zitronensaft in den Shaker und muddeln Sie alle Zutaten. Füllen Sie danach den Shaker mit Eis auf und schütteln Sie kräftig. Giesen Sie das Gemisch in eine vorgekühlte Cocktailschale double strain und füllen Sie diese anschliessend mit Champagner auf.

Shot Happens! Eine kleine Shot-Kunde

Shots, auch Shooters oder Kurze genannt, werden im 2cl- oder 4cl-Glas serviert. So weit, so klar. Die Geschichte hinter den kurzen Getränken ist allerdings etwas nebulöser. Vermutlich werden Destillate in kleinen Mengen pur konsumiert, seit die Menschen Alkohol destillieren. Woher der Begriff «Kurze» kommt, ist allerdings klar: Bis in die 70er-Jahre gab es im deutschsprachigen Raum das sogenannte Herrengedeck.

Shots sind heute fester Bestandteil der meisten Barkarten.

  1. Ein Blend von Jack Daniel’s Tennessee Whiskey und Honiglikör - der Geschmack von Jack Daniel’s trifft auf die natürliche Geschmeidigkeit und Süsse des Honigs.
  2. Auch wenn die Farbe Blau ist, ist der Geschmack orange! Kombinierst du ihn mit Zitronensaft, entsteht ein bekannter Shot - die Waschmaschine.
  3. Der Name ist Programm. Bols Sour Apple schmeckt knackig-würzig nach frischen grünen Äpfeln und hält süss und sauer in der Waagschale.
  4. Brancamenta ist ein Likör mit unverwechselbarem Mintgeschmack. Er besteht aus Kräutern aus vier Kontinenten und Essenzöl der weltbesten Pfefferminze - das genaue Rezept bleibt aber ein Geheimnis der Hersteller. Brancamenta trinkt man als Shot pur.
  5. Licor 43 (sprich: Cuarenta y Tres) ist der bekannteste Likör aus Spanien. Früchte, Kräuter und Gewürze aus der Mittelmeerregion verleihen ihm seinen Geschmack - aromatische Zitrone mit einem Hauch von Vanille und Karamell. Mini Beer: 2cl Licor 43 mit 1cl Vollrahm als Topping gibt einen cremigen Shot.
  6. Der italienische Likör Disaronno ist einer der beliebtesten Liköre der Welt. Mit dem Disaronno Velvet haben die Hersteller eine neue Geschmacksnote entwickelt. Als Shot trinkst du den Disaronno Velvet pur oder auf Eis, so kommen die samtigen und intensiven Noten am besten zur Geltung.
  7. Das Mark aus sonnengereiften, frischen Erdbeeren gemischt mit einem Schuss kristallklarem Vodka - das Rezept von XUXU ist ebenso simpel wie überzeugend. Durch den sehr hohen Fruchtanteil ist XUXU so fruchtig wie kein anderer und natürlich vegan.

Die Vielfalt der Schweizer Drinks-Szene

Lange schien sich wenig bis gar nichts zu tun in der altehrwürdigen Welt der Schweizer Spirituosen. Ja, da waren traditionsbewährte Brennereien, die feinen Schnaps produzierten - doch Innovation suchte man vergebens.

Heute blüht und gedeiht es im ganzen Land: Im Val de Travers brennt man (wieder ganz legal) vorzüglichen Absinthe, im Berner Matte-Quartier gibt's Bio-Gin, im Appenzellischen macht man Malt Whisky. Vermouth, Wodka, Cocktails - immer mehr wird gebrannt und gemixt und getüftelt.

Vorgemixte Cocktails aus der Flasche

Wir alle mögen Cocktails. Offenbar immer mehr, wenn man den gegenwärtig boomenden Markt beobachtet. Bloss, so fein ein Old Fashioned auch sein mag, nicht jeder mag zuhause den Zuckerwürfel mit Angostura betränken und mit einem Stössel vermantschen und dergleichen. Da kommt das Konzept der vorgemischten Cocktails doch sehr gelegen: Nur noch auf Eis servieren!

Barrel Aged Brothers: Cocktails aus dem Fass

Auch sie bieten vorgemixte Drinks an. Doch sie gehen noch einen Schritt weiter: Sie mixen ihre Cocktails nicht nur vor, sondern lagern sie in Holzfässern - was freilich Auswirkungen auf den Geschmack hat. Ihre im Fass gereiften Cocktails gewinnen an dunkleren, süsseren Geschmacksnoten, die man beim gängigen Mixvorgang nicht hinbekäme.

Mittlerweile bieten sie sechs verschiedene Cocktails an - unter anderem einen Vesper (yeah). Geliefert wird auch gleich im Fass, wenn man will.

Holzwurmsanatorium: Schnaps aus der Schreinerei

Ja, eine Möbelschreinerei und -restauration ist das. Aber eine, die nebenbei auch Schnaps brennt. Gebrannt wird im Auftrag für Kunden jeglicher Couleur: Eingetragene Winzer, Landwirte, Privatkunden, Hausfassadenwinzer, kurlige Zürcher, die Cocktails in Holzfässern lagern.

Jsotta-Vermouth: Retro ist sexy

Zu der Zeit des Vermouth-Booms in den 50er- und 60er-Jahren war Jsotta gar die Nummer eins im Land. Irgendwann einmal war aber Schluss; Vermouth war aus der Mode gekommen. Umso erfreulicher, dass der Familienbetrieb Lateltin vor gut zwei Jahren beschloss, diesen Likörwein wieder herzustellen.

Vermouth Svizzero - der einzige Likörwein weltweit mit rein Schweizer Zutaten: Schweizer Wein, Schweizer Kräutern. Es gibt ihn in den Varianten bianco, rosso und - neuerdings - rosé.

Turicum Gin: Lindenblüten vom Lindenhof

Wenn ein Hersteller die Aufzählung der Botanicals mit «Lindenblüten vom Lindenhof» beginnt, hat er eigentlich schon gewonnen. Doch die vier Turicum-Jungs ruhen sich längst nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern experimentieren munter weiter.

Wood Barreled nennt sich das. Zedern-, Sandel- und Eichenholz eingeweicht und gelagert - eine Vorgehensweise, notabene, die in konservativeren Gin-Kreisen durchaus argwöhnisch beäugt wird. Doch Konventionen können uns alle easy gestohlen bleiben, wenn das hiesige bernsteinfarbene Resultat derart obsiegt: Würzige Aromen wie Kardamom, Muskat und Pfeffer, die - ja, klar - von einer holzigen Note begleitet werden.

Leute, dies ist kein gewöhnlicher Gin (wie ich bei meinem ersten Martini damit feststellen musste), aber ein grosser. Dazu eignet er sich auch perfekt für Longdrinks - mit Ginger Ale, etwa, das kommt gut.

Liebe Schweizer Cocktail-Trinker, vielleicht leben wir in der bestmöglichen Ära. Guets Neus allerseits!

tags: #cocktail #mit #7 #schnapsen