Blähungen gehören zu den häufigsten Verdauungsbeschwerden und stehen oft in direktem Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten. Sie entstehen durch eine übermässige Ansammlung von Gasen im Magen-Darm-Trakt, was oft mit einem verstärkten rektalen Gasausstoss einhergeht. Blähungen treten häufig im Zusammenhang mit anderen Beschwerden innerhalb des Verdauungstrakts auf. Die Entstehung von Blähungen findet vorwiegend im Darm statt, wo Darmbakterien Nahrungsreste zersetzen und dabei Gase wie Kohlendioxid, Methan, Wasserstoff und Stickstoff produzieren.
In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Ursachen von Blähungen untersuchen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Verzehr von Joghurt und Obst. Wir werden auch auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose- und Fruktoseintoleranz eingehen und praktische Tipps zur Linderung von Blähungen geben.
Nie wieder Blähbauch: 5 Ernährungstipps nach TCM gegen Blähungen
Ursachen von Blähungen
Blähungen können viele Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:
- Ernährungsgewohnheiten: Schwer verdauliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, kohlensäurehaltige Getränke oder grosse Portionen können Blähungen verursachen. Auch Milchprodukte oder Zuckeralkohole können eine Rolle spielen.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Wenn nach bestimmten Lebensmitteln regelmässig Beschwerden auftreten, kann eine Unverträglichkeit vorliegen.
- Stress: Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse reagiert der Verdauungstrakt sehr sensibel auf psychische Belastung.
- Luftschlucken: Blähungen können teilweise schon durch ein häufiges oder starkes Luftschlucken entstehen.
- Chemische Reaktionen: Meistens stecken hinter Blähungen allerdings chemische Reaktionen innerhalb des Körpers, die zu einer Gasbildung führen.
Blähungen nach dem Essen: Welche Lebensmittel fördern die Bildung von Gasen?
Eine ballaststoffreiche Ernährung ist gesund und fördert die Verdauung. Sie regt die Darmtätigkeit an und wirkt sich so positiv auf den Organismus aus. Wir empfehlen Ihnen daher bei Verdauungsproblemen, die Aufnahme ballaststoffreicher Nahrungsmittel schrittweise zu gestalten und allmählich zu steigern.
Bestimmte Lebensmittel können beim Einzelnen auch in kleinen Mengen zu Blähungen führen. Zucker bzw. So können Sie anschließend anfangen, die Menge dieses Lebensmittels wieder langsam zu steigern, wenn Sie es weiterhin in Ihrem Speiseplan haben möchten, um Ihren Darm daran zu gewöhnen. Führen Sie ein Ernährungstagebuch über einen längeren Zeitraum. Dies hilft Zusammenhänge von aufgenommenen Nahrungsmitteln und Flatulenzen besser zu erkennen.
Besondere Beachtung verdienen mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten, soweit diese bekannt sind oder ein entsprechender Verdacht besteht. Denn sowohl Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit von Milch und Milchprodukten) als auch Glutenunverträglichkeiten (auch Zöliakie: Unverträglichkeit von Gluten, das in Getreide vorkommt) können als Ursache von häufigen und starken Blähungen in Betracht kommen. Dasselbe gilt für Sorbitintoleranz (Sorbit ist eine Zuckerart, die in Früchten und Trockenfrüchten vorkommt und zudem als Zuckeraustauschstoff in vielen Produkten verwendet wird, z.B. Kaugummi). In diesen Fällen sollte auf die entsprechenden Produkte vollständig verzichtet werden.
Ob eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt, kann ein Arzt feststellen.
Auch das Meiden von Stress hilft, Blähungen zu mindern.
Klären Sie gegebenenfalls mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme ab, ob es sich bei Bauchweh und/oder Blähungen im Zusammenhang mit Schreiattacken um Koliken handelt.

Blähungen können verschiedene Ursachen haben und sind oft unangenehm.
Blähungen durch Joghurt und Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz)
Jede fünfte Person in der Schweiz verträgt keinen Milchzucker, man nennt dies Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit). Der Körper von laktoseintoleranten Menschen produziert kein oder nur wenig des Enzyms Lactase. Lactase ist im Dünndarm für die Verdauung des Milchzuckers (Laktose) zuständig. Fehlt die Lactase im Dünndarm, gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren.
Da Laktose in der Nahrungsmittelindustrie anderen Produkten hinzugefügt wird, ist sie auch in Esswaren enthalten, von denen Sie es wahrscheinlich nicht vermuten würden. Viele Menschen haben Verdauungsbeschwerden, aber keine Diagnose. Gerade in stressigen Jobs oder im Alltag zwischen Familie und Beruf bleibt oft keine Zeit, Symptome richtig einzuordnen.
Für Menschen mit Laktoseintoleranz gibt es ein grosses Angebot an laktosefreien Milchprodukten. Leiden Sie unter Laktoseintoleranz, können Sie kurz vor dem Essen ein Nahrungsergänzungsmittel mit Lactase zu sich nehmen.
Blähungen durch Obst und Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fruktoseintoleranz)
Obst gilt als gesund, aber bei manchen Menschen kann der Fruchtzucker, der im Obst enthalten ist, Beschwerden verursachen. Etwa 12 bis 16 Prozent der Schweizer vertragen den Fruchtzucker Fructose nicht. Schon ein Apfel oder eine Orange können dann zu Bauchschmerzen führen. Mit einer gezielten Ernährungsumstellung müssen Sie Obst und Co.
Menschen nehmen immer mehr Fruchtzucker zu sich. Der Fruchtzucker kann die Dünndarmschleimhaut der Betroffenen nicht passieren und verursacht Magen-Darm-Beschwerden. Fruchtzucker taucht in jeder Obst- und Gemüsesorte auf - allerdings stets in unterschiedlichen Mengen. Die Lebensmittelindustrie verwendet Fructose aufgrund ihrer starken Süsskraft in diätetischen Lebensmitteln, Softgetränken, Fertiggerichten und Süssigkeiten.
Bei einer intestinalen Fructoseunverträglichkeit, auch Fructosemalabsorption genannt, kann der Darm die Fructose nur begrenzt aufnehmen. Fructose dient den Dickdarmbakterien als Nahrung. Wenn Ihr Körper die Fructose nicht vernünftig verdauen kann, leidet meistens Ihr Magen-Darm-Trakt darunter. Ob es zu Beschwerden kommt, kann von der Menge an Fructose und der Zusammensetzung der Mahlzeit abhängen.
Gut zu wissen: Menschen mit Fructoseunverträglichkeit vertragen häufig geringe Mengen Fructose. Eine Ernährungsumstellung kann Ihre Beschwerden lindern. Sie sollten dann grösstenteils fructosearm essen. Neben der Fructose meiden Sie am besten auch den Zuckeraustauschstoff Sorbit und das Kohlenhydrat Inulin (Fruktane).
Wenn Sie beispielsweise Obst essen, verteilen Sie es auf mehrere kleine Portionen über den Tag. Glukose kann die Beschwerden einer Fructoseunverträglichkeit abmildern. Kommen Glukose und Fructose gemeinsam in den Dünndarm, kann Fructose aber auch den Glukose-Transporter nutzen, um die Dünndarmschleimhaut zu passieren.
Bei einer Fructoseunverträglichkeit sollten Sie den Konsum von sorbithaltigen Lebensmitteln, besonders Kernobst wie Äpfel und Birnen, einschränken. Der Grund: Sorbit und Fructose teilen sich dieselben Transportproteine. Nehmen Sie neben Fructose auch Sorbit auf, konkurrieren beide miteinander: Sorbit blockiert den gemeinsamen Transporter.

Fructoseintoleranz kann zu Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden führen.
FODMAP-Konzept
Mit dem Fodmap-Konzept spürt man die Auslöser auf. Zunächst verzichten Betroffene auf Nahrungsmittel, die viele der Zuckerarten enthalten. So lässt sich herausfinden, ob die Beschwerden nachlassen. Dann testet man, welche Lebensmittel in welchen Mengen verträglich sind.
An dritter Stelle steht eine individuelle Langzeiternährung. Das heisst: die Beschwerden möglichst ohne Einschränkungen in den Griff bekommen. Eine ausgewogene, vielseitige Kost hilft.
Darmgase entstehen, wenn unverdauliche Nahrungsbestandteile wie Ballaststoffe im Dickdarm vergoren werden. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal, kann aber störend wirken. Gut verträglich sind weisser Reis, geschälte Kartoffeln, Bananen, gekochte Zucchetti und gekochte Rüebli.
Eine Unverträglichkeit von bestimmten Zuckerarten kann ebenfalls Blähungen auslösen. Zum Beispiel Milchzucker (Laktoseintoleranz). Ein Wasserstoff-Atemtest zeigt zum Beispiel, ob der Grund eine Laktoseintoleranz ist.
Was tun gegen Blähungen?
Hier sind einige Tipps, um Blähungen zu vermeiden oder zu lindern:
- Langsam essen: Hastiges Essen und ungenügend kauen führen dazu, dass du zu viel Luft schluckst. Langsam essen hingegen bringts: Die im Speichel enthaltenen Verdauungsenzyme haben mehr Zeit, aktiv zu werden und die Stärke in Kartoffeln, Pasta, Reis und Brot grob zu zerlegen. Dazu bist du schneller satt - und isst weniger.
- Konzentriert essen: Chatten, Streamen, Lesen oder Arbeiten lenken beim Essen ab. Besser, du konzentrierst dich: Das Essen bewusst sehen, riechen und schmecken stimuliert die Ausschüttung von Verdauungsenzymen. Magen und Darm sind bereit, ihre Arbeit bestmöglich zu tun.
- Ballaststoffreiche Ernährung: Dem kannst du entgegenwirken, indem du täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst isst. Dazu solltest du regelmässig Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen und Vollkornprodukte ins Menü einplanen. So normalisiert sich deine Verdauung.
- Ausreichend Wasser trinken: Wasser ist für Verdauung und Stoffwechsel elementar. Trinke täglich mindestens einen Liter Wasser. Das beschwingt deine Verdauung und verhindert verstopfungsbedingte Blähungen.
- Süssstoffe vermeiden: Süssstoffe in kalorienfreien Limonaden, Soft- und Energy-Drinks, in Lightprodukten, Kaugummis und Süssigkeiten können Blähungen, Durchfall und Übelkeit verursachen.
- Wärme anwenden: Zur Linderung von akuten Blähungen kann wohltuende Wärme eingesetzt werden. Ein warmes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf der Bauchdecke wirkt entspannend und fördert die Durchblutung.
- Verdauungsfördernde Kräuter und Gewürze: Zudem können verdauungsfördernde Gewürze im Essen selbst oder in Form von Tees zum Einsatz kommen. Die bekanntesten sind Anis, Kümmel und Fenchel. Aber auch Rosmarin, Majoran, Kamille, Bohnenkraut, Thymian und Koriander wirken sich positiv auf die Darmtätigkeit aus.
- Probiotische Lebensmittel: Probiotische Lebensmittel enthalten Mikroorganismen, die der Regeneration der Darmflora dienen.
Ein Blähbauch - oftmals auch als Flatulenz bezeichnet - kann unangenehm sein, lässt sich aber oft mit einfachen Massnahmen behandeln. Wenn Sie unter einem aufgeblähten Bauch leiden, ist der erste Schritt, die Ursachen zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn die Symptome häufig, stark oder ohne erkennbaren Auslöser auftreten, oder länger anhalten, sollte ein Arzt die genaue Ursache klären. Blähungen sind nicht immer das Ergebnis von falschen Essgewohnheiten. Verdauungsprobleme können zum Beispiel durch die Einnahme von Medikamenten gefördert werden. Auch Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom oder auch eine Gastritis können Blähungen zur Folge haben.
Der Spezialist für Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ist der Gastroenterologe.

Bei anhaltenden oder starken Blähungen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Ihr Kind regelmässig nach dem Essen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen hat, wenden Sie sich bitte an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.