Zur Weihnachtszeit laufen die italienischen Pasticcere (ital. Konditoren) zu besonderer Form auf. In ganz Italien gibt es unterschiedliche regionale süße Köstlichkeiten, die alle ihre spezielle Geschichte haben.
Ein besonderes Highlight der italienischen Weihnachtsbäckerei sind die Amaretto Walnuss Plätzchen. Dieses Rezept entführt Sie in die Welt der traditionellen italienischen Kekse, die mit ihrem feinen Aroma und der einfachen Zubereitung begeistern.

Die Vielfalt der italienischen Weihnachtsbäckerei
Das bekannteste Weihnachtsgebäck ist die Panettone. Ihre Entstehungsgeschichte und Namensgebung, die hier folgt, ist vermutlich ebenso abenteuerlich wie unwahr. Der Küchenjunge Antonio, genannt Toni opferte sein für Weihnachten zur Seite gelegten Hefeteig, um die Situation für seinen Küchenchef zu retten.
Angereichert mit Mehl, Eiern, Zucker, Rosinen und kandierten Früchten entstand mit Hilfe seiner Hefe ein weicher, aufgehender Kuchen der Ludovico il Moro und seine Gäste begeisterte. Fortan Pan de Toni (Brot des Toni) genannt entstand daraus, wenn man es glauben darf, die heutige Bezeichnung Panettone.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Amarettini der Familie Lazzaroni zum Sinnbild feiner italienischer Backkunst. Bis heute werden sie mit wenigen Zutaten aus Eischnee und Mandeln ganz ohne Mehl gebacken. Das unveränderte Original ist wunderbar zart und schmeckt duftig aromatisch.
Aus Verona kommt die typische Pandoro (ital. pan d’oro - goldenes Brot) in 8-eckiger gezackter Kugelform, die nur in der Weihnachtszeit gebacken wird. Ihre goldene Farbe verdankt sie der Zugabe von Ei. Erfunden hat sie 1894 Domenico Melegatti, dessen Bäckereiunternehmen nach seinem Tod durch mehrere Hände ging.
Veredelt wird der luftig leichte und samtige Teig mit einer fruchtig frischen Limoncello Creme oder einer delikaten Tiramisu-Füllung mit feinen Kaffeearomen und Schokoladensplittern.
In Kampanien, Region Neapel, fertigen zwei Brüder in ihrem antiken „Torronificio“ (ital. Nougat-Macherei) mittlerweile in vierter Generation zur Weihnachtszeit diese einzigartigen Pralinen. Nach uraltem Rezept wird ein mit Likör getränkten Biskuit-Kern in zartmürben italienischen Torrone Nougat aus Honig und fein gemahlenen Mandel eingefasst.
Eine andere italienische Pralinen-Spezialität kommt aus Cuneo, einer Stadt im Piemont. Sie sind größer als herkömmliche Pralinen und wiegen jeweils etwa 20 g. Zu wahrer Meisterschaft in der Herstellung dieser außerordentlichen Pralinen hat es die Manufaktur Bramardi gebracht.
Diese kleinen gefüllten Kekse sind eine Spezialität aus der Toscana mit variierenden süßen Füllungen. Enzo Squarcia, bekannt als bester Feinbäcker im toskanischen San Gimignano, backt seine Fagottini nach einem geheimen Familienrezept von 1936, das auch wir nicht in Erfahrung bringen konnten.
Dieses herrlich mürbe Gebäck aus Sizilien wird nicht nur zur Weihnachtszeig gebacken, aber zum Fest darf es in Italien nicht fehlen. Jedes Dorf auf der schönen Insel hat sein eigenes Rezept, obwohl sich die Variationen in engen Grenzen halten.
Zu den beliebtesten weihnachtlichen italienischen Keksen gehören Baci (ital. Küsschen). Der Zusatz del Chiostro (ital. aus dem Kloster) weist auf die Herkunft des Rezeptes hin. Erstmals erschienen sie in der zweiten Hälfte des 19. Hergestellt werden sie bis heute als geschütztes Gourmet Produkt nur aus den Haselnüssen de Region.

Amaretto Walnuss Plätzchen Rezept
Hier ist ein einfaches Rezept, um diese köstlichen Plätzchen selbst zu backen:
Zutaten:
- Mandeln
- Zucker
- Mehl
- Schokoladenpulver
- Bittermandelaroma
- Eiweiss
- Salz
- Puderzucker
Zubereitung:
- Mandeln, Zucker, Mehl und Schokoladenpulver mischen.
- Bittermandelaroma darüberträufeln, gut mischen.
- Eiweiss zusammen mit dem Salz steif schlagen, zur Masse geben, mischen.
- Baumnussgrosse Kugeln formen, im Puderzucker wenden.
- Auf die vorbereiteten Bleche setzen.
- Mit einem Glas leicht flach drücken.
- Ofen auf 130°C Heissluft vorheizen (150°C Ober-/Unterhitze).
- In der Mitte des vorgeheizten Ofens 20 Minuten backen.
Von der Bio Zitrone die Schale ohne die bittere weiße Unterhaut abreiben und zwei Esslöffel Saft auspressen. Beides mit den gemahlen Mandeln, Bittermandeln oder Mandelaroma, Zucker, Eiweiß und Honig im Mixer zu einer festen, etwas klebrigen Masse mischen.
Puderzucker in eine Schale sieben. Aus dem Teig walnussgroße Stücke (20 g) abstechen, zu Kugeln formen und im Puderzucker wälzen.
Die Kugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Im vorgeheizten Ofen bei 170 °C 10 - 12 Minuten backen. Sie dürfen nur ganz leicht Farbe nehmen.
Sofort aus dem Ofen auf ein Gitter zum Auskühlen setzen, da sie sonst schnell zu fest werden.
Dieses Rezept wird dir vom Schweiz.
Guten Appetit und eine schöne Adventszeit!