Warum der Zopf immer dünner wird: Ursachen und Lösungen

Ob ein dünner werdender Schopf, graue Haare oder Geheimratsecken - im Alter verändert sich die Mähne. Viele Menschen bemerken im Laufe der Zeit Veränderungen in der Haardichte und -struktur. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen für dünner werdendes Haar und gibt Ratschläge, was man dagegen tun kann.

Infografik: Mögliche Ursachen für Haarausfall

Ursachen für dünner werdendes Haar

Die Ursachen für dünner werdendes Haar können vielfältig sein. Hier sind einige der häufigsten Faktoren:

  • Androgene Alopezie: Meist sind die Gene schuld und es liegt eine androgene Alopezie vor, also eine erblich bedingte Überempfindlichkeit gegen das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron. Letzteres, also kahle Stellen rechts und links des Scheitels, sind eigentlich ein typisches Merkmal für Haarausfall beim Mann. Jedoch leiden auch viele Frauen unter dem Verlust. Diese Abwandlung von Testosteron kommt auch im weiblichen Körper vor, wird aber durch das gleichzeitig produzierte Östrogen ausgeglichen und die erbliche Veranlagung kommt vorerst nicht zum Tragen.
  • Hormonelle Veränderungen: Weitere Ursachen können auch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft sein. Körperliche Veränderungen nach Schwangerschaften fordern Frauen oftmals heraus - auch wenn es um die Haare geht. Haare verändern sich im Laufe des Lebens - gerade nach Schwangerschaften. Dies ist hormonell bedingt.
  • Ernährung: Eine falsche Ernährungsweise kann ebenfalls zu dünnerem Haar führen. Kurzfristige Diäten, vegan unausgewogene Kost oder Fast Food führen schnell zu Mangelzuständen.
  • Stress: Ein erhöhter Stresspegel kann sich negativ auf das Haarwachstum auswirken. Man spricht nicht von ungefähr von good hair days und von bad hair days, und diese korrelieren manchmal frappierend mit dem Gemütszustand. Allerdings scheint gerade eine Veranlagung zu Haarausfall empfindlicher zu reagieren.
  • Medikamente: Die Einnahme von Medikamenten kann eine Ursache sein.
  • Falsche Styling-Angewohnheiten: Aber auch falsche Styling-Angewohnheiten setzen der Haarlinie zu. Ein strenger Dutt oder Pferdeschwanz, eng gebundene Zopfgummis oder festgesteckte Haarnadeln: Was wir unserer Mähne täglich antun, kann sich negativ auf das Wachstum und die Kopfhaut auswirken. Wer sein Haar zurückbindet, übt eine enorme Spannung aus und beschädigt so die Wurzeln.
  • Wechseljahre: Leider ist dünner werdendes Haar für Frauen, die durch "den Wechsel" gehen, nur allzu häufig. In den Wechseljahren produzieren die Eierstöcke allmählich weniger Fortpflanzungshormone wie Östrogen und Progesteron. Wenn diese Hormone jedoch während der Menopause abgebaut werden, verkürzt sich die Wachstumsphase des Haarzyklus erheblich.

Weitere mögliche Ursachen

Es gibt noch weitere Faktoren, die zu Haarausfall führen können:

  • Schilddrüsenstörungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Entzündliche Hautkrankheiten
  • Hohes Fieber (z.B. durch Covid)

Was kann man gegen dünner werdendes Haar tun?

Es gibt verschiedene Ansätze, um dünner werdendem Haar entgegenzuwirken:

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

Haare sind ein Spiegel des Stoffwechsels. Besonders der Haarfollikel gehört zu den aktivsten Zellstrukturen des Körpers. Er benötigt kontinuierlich Energie, Proteine, Vitamine, Spurenelemente und gesunde Fette. Eine ausgewogene Ernährung ist daher entscheidend. Folgende Nährstoffe sind besonders wichtig:

  • Eiweiß: Täglich mindestens 60-80 g Eiweiß, z. B. aus Hülsenfrüchten, Fisch oder griechischem Joghurt.
  • Omega-3-Fettsäuren: 2x wöchentlich fettreicher Fisch oder Leinöl.
  • Eisen: Eisenreiche Kost (z. B. Linsen, Hirse, Kürbiskerne) mit Vitamin-C-Quellen kombinieren.
  • Zink, Magnesium, B6: Nüsse (v. a. Walnüsse, Mandeln) und Haferflocken täglich.

Auch Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein, um Mängel auszugleichen:

  • Biotin (B7): Unterstützt die Keratinbildung - ideal bei brüchigem Haar, Dosierung: 2,5-5 mg/Tag.
  • Zink: Reguliert Entzündungen und schützt die Kopfhautbarriere - besonders bei fettiger oder schuppiger Haut.
  • Eisen + Vitamin C: Verbessert die Sauerstoffversorgung der Haarwurzel - nur nach Laborbestätigung (Ferritin <30 ng/ml).
  • MSM (organischer Schwefel) & L-Cystein: Fördern die Neubildung von Haarfasern.
  • Kollagenhydrolysat + Vitamin C: Kann die Haarstruktur stärken und bei dünner werdendem Haar helfen.

Vitamine und Mineralien können das Haarwachstum unterstützen.

Haarpflege und Styling

Die richtige Haarpflege kann ebenfalls helfen, dünner werdendes Haar zu unterstützen:

  • Milde Shampoos: Achten Sie auf ein mildes Shampoo und eine regelmässige Pflege. Die heutigen Haarshampoos sind in der Regel für die tägliche Haarwäsche unbedenklich.
  • Kopfhautmassage: Gutes tut man seinem Ansatz übrigens auch, indem man regelmässig die Kopfhaut massiert - am besten mit einem revitalisierenden Haarwasser.
  • Schonendes Styling: Vermeiden Sie enge Haargummis mit Metallstück und andere festsitzende Frisuren.
  • Hitzeschutz: Seien Sie besonders zurückhaltend mit heißen Stylinggeräten und Färbemitteln!
  • Sonnenschutz: Schützen Sie Ihr Haar vor direkter Sonneneinstrahlung.

Nach dem Haarewaschen können Sie ab und an eine Spülung verwenden, das schützt die Haare. Was hingegen dringend vermieden werden sollte: das nasse Haare mit einem Handtuch abzurubbeln. Hält man sich an die Empfehlungen, kann das Risiko, dass das Haar austrocknet und bricht, gemäss Experten minimiert werden. So wird der Zopf nicht auch noch durch die falsche Pflege dünner.

Medizinische Behandlungen

In einigen Fällen können auch medizinische Behandlungen in Betracht gezogen werden:

  • Minoxidil: Mittel der ersten Wahl bei Frauen ist das Minoxidil. Das Mittel gegen Kahlschlag hilft vor allem bei anlagebedingtem Haarausfall, der sich bei Männern anfangs oft durch Geheimratsecken äussert und bei Frauen eher durch schwindendes Haar am Scheitel ankündigt. Minoxidil-Präparate werden rezeptfrei in der Apotheke angeboten, meist als Schaum oder Lösung, die direkt auf der Kopfhaut angewendet werden und den Haarverlust verlangsamen sollen. Teilweise wachsen nach einer Anwendung sogar wieder Haare nach.
  • Haartransplantation: Wer unter seinen Geheimratsecken extrem leidet, kann immer noch eine Haartransplantation in Betracht ziehen. Eine Haartransplantation ist nachhaltig. DHT hat keine Einfluss auf diese Haare.
  • Microneedling: Microneedling sehe ich als eine ergänzende Behandlung zu Minoxidil, genauso wie PRP. Beide regen das Haarwachstum zusätzlich an.

Es ist ein Irrglaube, dass Minoxidil nur dünne Flaumhaare wachsen läss...

Vergleich von Minoxidil und Neofollics bei der Behandlung von Haarausfall.

Hausmittel

Schon unsere Großmütter wussten: Naturpflege wirkt - wenn man Geduld mitbringt. Die regelmäßige Anwendung sanfter Mittel kann die Kopfhaut beruhigen, das Mikrobiom ausgleichen und Haarfollikel durchbluten.

  • Rizinusöl + 3 Tropfen Rosmarinöl: 1x/Woche auf die Kopfhaut einmassieren.
  • Brennnesseltee: Trinken & lauwarm als Spülung - reich an Eisen & Kieselsäure.
  • Maske mit Eigelb + Honig + Olivenöl: 20 Min. einwirken, dann gründlich ausspülen.
  • Roggenbrot-Maske (Krume + Wasser): Kopfhautkur bei Juckreiz & Schuppen.
  • Apfelessig 1:5 mit Wasser: Als pH-regulierende Spülung nach dem Waschen.

Wichtig: Langfristig hilft nicht die eine Wundermaske, sondern ein konsequenter Mix aus Ernährung, Pflege und medizinischer Kontrolle. Haarausfall lässt sich oft nicht sofort stoppen - aber gezielt verlangsamen, stabilisieren und in vielen Fällen sogar umkehren.

Weitere Tipps

Hier sind noch ein paar zusätzliche Tipps, die Sie beachten können:

  • Eine einfache Änderung, die du vornehmen kannst, um Haarausfall in den Wechseljahren vorzubeugen, besteht darin, deine normale Bürste gegen eine Wet Brush oder einen grobzinkigen Kamm auszutauschen.
  • So wie die Sonne deine Haut schädigen kann, so kann sie auch dein Haar schädigen. Wenn du als Frau über 50 unter hormonell bedingtem Haarausfall in den Wechseljahren leidest, solltest du die Haare, die du noch hast, besonders gut pflegen, indem du sie vor der Sonne schützt.
  • Eine weitere einfache Möglichkeit, dein Haar zu pflegen, wenn du unter Haarausfall in den Wechseljahren leidest? Wechsle zu einem Bambus-Kopfkissenbezug und -Bettbezug wie dem Silky Bamboo Pillowcase und Silky Bamboo Duvet Cover! B.
  • Stress kann ebenfalls zu hormonell bedingtem Haarausfall in den Wechseljahren beitragen, weshalb es wichtig ist, dein Stressniveau in Schach zu halten.
  • Hairstylist*innen empfehlen öfter einen Kurzhaarschnitt für Frauen ab 50, die an Haarausfall in den Wechseljahren leiden, da dieser dünner werdendem Haar leichter Volumen und Textur verleihen kann.

Haarausfall ist behandelbar - aber nicht mit Versprechen, sondern mit Verstehen. Wer den eigenen Körper ernst nimmt, kann sichtbar und nachhaltig etwas für die Haargesundheit tun.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

tags: #zopf #wird #immer #dunner