In der Schweiz gibt es kein «traditionelles» Weihnachtsessen, so wie es zum Beispiel in den USA oder Grossbritannien der Fall ist. Schweizerinnen und Schweizer lassen es sich aber über Weihnachten gerne gut gehen. Bis heute stehen teures Fleisch und reichhaltige Zutaten auf dem Weihnachtsmenü, gerne auch inspiriert von Bräuchen aus dem Ausland.
Die Vorlieben an Weihnachten sind, wie so vieles in der Schweiz, regional abhängig. Die Westschweiz liebt Geflügel an Weihnachten - besonders den Truthahn. Der «Thanksgiving»-Vogel gilt in der Romandie als Symbol von Reichtum, Überfluss und Gemeinschaft: Denn vom grossen Vogel könne die ganze Familie essen, so Isabelle Raboud, Kuratorin des Ernährungsmuseums in Vevey VD zu Swissinfo.
Die Nachfrage nach dem nordamerikanischen Federtier steigt stetig, auch in der Deutschschweiz. Was bei den Schweizern nicht auf den Tisch kommt: die deutsche Weihnachtsgans. Noch findet die Weihnachtsgans keinen Anklang, ausser bei Schweizern mit deutschen Wurzeln.
Auch im Tessin steht Geflügel auf dem Weihnachtstisch. Traditionell ist der Kapaun, ein kastrierter und gemästeter Hahn, der mit Senfsauce serviert wird. Zur Vorspeise gibt es Ravioli in Bouillon. Zum Dessert gibts im Süden der Schweiz traditionellerweise einen Panettone, eine luftig-leichte Kuchenspezialität mit kandierten Früchten.
Wirkliche Weihnachtsbräuche am Esstisch gibt es nur in einzelnen Gebieten der Deutschschweiz. Im Aargau gehören Pastetli mit Milken zum Festschmaus und im Bernbiet die Berner Platte mit verschiedenem Fleisch, Dörrbohnen, Sauerkraut und Kartoffeln.
In der heutigen Zeit ist der Wunsch nach stressfreiem Beisammensein möglichst gross. Daher überrascht es wenig, dass sich einfach zubereitete, aber festliche Mahlzeiten wie Fondue, Fondue Chinoise oder Raclette zu den Favoriten gemausert haben.
Fondue Chinoise kam dagegen erst in den Siebzigerjahren so richtig in Trend. Der «Hotpot» wurde allmählich in die Schweizer Esskultur integriert und mit feinen Saucen und lokalen Beilagen an den Schweizer Geschmack angepasst.
Schon zu vorchristlichen Zeiten wurden Kekse gebacken: Rituelles Backen gehörte zu den Festzeiten. Im Mittelalter wurde in Klöstern in Erinnerung an die Geburt von Jesus Christus gebacken. Seither wehen Düfte von Zimt, Anis, Ingwer und Schokolade aus jeder Schweizer Backstube. Wenn man also eine Tradition am Schweizer Weihnachtstisch hervorheben müsste, wären es wohl unsere geliebten Weihnachtsguetzli. So hat fast jede Region ihre eigenen Rezepte und Traditionen, viele von ihnen werden innerhalb der Familie weitergegeben.
Wer kulinarisch offen und neugierig ist, kann diese Sammlung dieses Jahr um ein Rezept erweitern: den Weihnachtstruthahn. Mit seinem saftigen Fleisch ist der grosse Vogel eine echte Alternative zu Braten, Gigot und Co.
Zubereitung/Rezept gefüllter Truthahn, ca. 3,5 kg pro 6 Personen:
- Geflügel innen und aussen mit Salz und Pfeffer würzen.
- Mit Gemüse und Zitrone füllen.
- Bauchöffnung übereinanderlegen, mit einigen Zahnstochern zustecken, dann mit Küchengarn umwickeln.
- Geflügel in einen Bräter auf ein Gitter setzen.
- Mit der Gewürzbutter bestreichen.
- 4 dl heisses Salzwasser in die Form giessen.
- In den unteren Teil des auf 220 °C vorgeheizten Backofens schieben.
- 30 Min. braten, ab und zu mit restlicher Butter bestreichen.
- Temperatur auf 175 °C reduzieren.
- Weitere 2 bis 2,5 Stunden braten, dabei öfter bestreichen.
- Die Innentemperatur an der dicksten Stelle, zwischen Schenkel und Brust gemessen (ohne Knochen zu berühren), sollte ca. 80 °C betragen.
- Herausnehmen, 20 Min. lose bedeckt stehen lassen.
- Bratsaft abgiessen.
- Aufschneiden: Erst Schenkel (Keulen) und Flügel abtrennen, dann Brust in Scheiben schneiden, auf einer Platte anrichten.
Neben dem Truthahn gibt es Mince Pies, verschiedene Vorspeisen und Suppen. Zum Abschluss genossen die Royals oft einen klassischen Plumpudding.
Für Königin Victoria war ein Weihnachtsfest nicht vollständig, ohne dass ein Plumpudding auf dem Tisch stand. Der Plumpudding war ein beliebtes Gericht, das nicht nur am königlichen Hof, sondern auch bei normalen viktorianischen Familien genossen wurde.
Besonders spannend war eine Tradition, die in der königlichen Familie gepflegt wurde. In den königlichen Haushalten war Weihnachten auch eine Gelegenheit, den Bediensteten zu danken. Als Königin war Victoria sehr in die Arbeit ihrer Dienerschaft involviert und zeigte besonderes Interesse an ihrem Wohl. Die Geschenke, die die Royals den Bediensteten machten, reichten von praktischen Dingen wie Kleidung und Lebensmitteln bis hin zu persönlichen Geschenken.
Die Weihnachtsbräuche, die sich unter den Viktorianern etablierten, sind auch heute noch tief in unseren Feierlichkeiten verwurzelt. Die Verbesserung der industriellen Produktion und der Wohlstand breiterer Bevölkerungsschichten führten dazu, dass Weihnachtsschmuck, Spielzeuge und festliche Leckereien für viele Menschen erschwinglich wurden. Die viktorianische Ära legte grossen Wert auf das Feiern von Familie und Zusammengehörigkeit, und viele der Traditionen, die wir heute in unseren Weihnachtsfeiern pflegen, wurden in dieser Zeit geprägt.
Weihnachten in anderen Ländern
Wenn es auf der Südhalbkugel Dezember wird, tragen die Menschen dort eher Shorts und T-Shirts als warme Winterjacken. Ja, Weihnachten wird dort ganz anders gefeiert als bei uns.
Weihnachten in Australien: Es ist eher unüblich, warm zu essen, aber hungern wirst du dennoch nicht: Australier gönnen sich zum Fest gerne Meeresfrüchte, Fisch, kalten Truthahn und Schinken, eine Pavlova und natürlich ein Glas eisgekühltes Blubberwasser. Der eigene Garten und Swimming-Pool spielen am ersten Weihnachtstag eine grosse Rolle, denn die Kinder stürzen sich ins kühle Nass, um neue Schwimmtiere oder Flossen auszuprobieren, während die ganze Familie eine Runde Kricket spielt.
Weihnachten in Neuseeland: Familien haben also alle Zeit der Welt, wandern oder zelten zu gehen, die Höhlen in und um am Wasser gelegene Städte wie Auckland zu erforschen, oder sich ganz einfach an einem der vielen Strände zu tummeln, die zu den beliebtesten Orten der südlichen Hemisphäre zählen. Neuseeländer stellen durchaus wie wir eine Kiefer ins Wohnzimmer und schmücken sie, aber sie haben auch ihren ganz eigenen “Weihnachtsbaum”, den Pōhutukawa, einen heimischen Baum, der zu dieser Jahreszeit mit leuchtend roten, kugligen Blüten blüht.
Weihnachten in Südafrika: Das Weihnachtsessen wird eher mittags als abends serviert und besteht aus mince pies (auch für Briten typische Hackfleischküchlein) und glasiertem, geräuchertem Schinken; gerne auch Truthahn, Ente oder Rinderbraten vom Grill, der hier braai genannt wird. Weitere Leckereien, die häufig dazugehören, sind gelber Reis mit Rosinen, Eistorte und Malvapudding.
Weihnachten in Südamerika: Der Baum wird im Laden gekauft und häufig um eine Krippenszene ergänzt, die auf Spanisch pesebre heisst. Es ist üblich, die Mitternachtsmesse zu besuchen, die sogenannte Misa del Gallo (nach dem Hahn, der der Legende zufolge in der Weihnachtsnacht gekräht hat). Einige Arbeitgeber schenken ihren Angestellten einen canestón oder Weihnachtskorb, der mit grundlegenden Lebensmitteln wie Reis, Zucker, Mehl und Plätzchen gefüllt ist.
Am Weihnachtsabend versammeln sich Familienmitglieder und Freunde um eine Tafel, die sich unter der Last vieler Speisen biegt - einige davon sind europäischen Ursprungs, wie Truthahn und Schinken, andere je nach Land und Region unterschiedlich. Auf dem gesamten Kontinent ist Spanferkel ebenfalls sehr beliebt (und heisst lechón), ebenso wie ein grosses asado-Grillfest. Das brasilianische Weihnachtsessen (ceia de Natal) dagegen wäre ohne knusprig frittierte Dorschbällchen (bacalhau) nicht komplett.
Schnee, Raureif und geröstete Kastanien sorgen selbstverständlich für malerische Weihnachtstage, aber man sollte die Alternative unterhalb des Äquators keinesfalls ausser Acht lassen!

Die USA ist ein Land mit vielen Facetten. Egal ob durch ihre Kultur, ihr Essen oder berühmte Persönlichkeiten: das Land hinterm grossen Teich hat einiges zu bieten. Vor allem die Amerikanischen Feiertage sind ein essentieller Teil ihrer Kultur und werden anders gefeiert als bei uns in Europa.
Thanksgiving findet traditionell am 4. Donnerstag im November statt. Er wird unabhängig von Konfession und Herkunft von Familien überall in den USA gefeiert. Für viele Amerikaner ist dies der wichtigste Feiertag, sogar bedeutender als Weihnachten.
Der zweitwichtigste Teil des Festes ist das Essen. Vor allem der Truthahn steht im Vordergrund. Serviert wird er mit Süsskartoffeln, Gemüse und Cranberry Sosse. Die Siedler damals entschieden sich übrigens nur für den Vogel wegen dessen Grösse. Doch Mittlerweile kann man sich das Fest ohne ihn nicht mehr vorstellen. Vor dem Thanksgiving, gibt es sogar eine offizielle Truthahn Zelebrierung im Weissen Haus, in der der Präsident einen Truthahn in Empfang nimmt und eine Proklamation hält über was gut gelaufen ist im Land über die letzten Monate. Zum Nachtisch gibt es traditionell eine Süssspeise, die meistens Kürbis, Pekannüsse oder Äpfel enthält, besonders beliebt ist der "Pumpkin Pie".
Zu Thanksgiving darfst du dich bei der Deko ganz nach deinem Geschmack austoben. Was dabei auf keinen Fall fehlen darf? Natürlich ein passender Thanksgiving-Blumenstrauss!
Nicht nur US-Bürger erfreuen sich an dem beliebten Familienfest aus den USA. Mittlerweile laden auch hierzulande Restaurants und Hobby-Köche zum gemeinsamen Truthahnessen ein.
Für ein authentisches Thanksgiving-Fest braucht es allem voran natürlich einen Truthahn, Preiselbeersauce, Maisbrot und Süsskartoffeln auf dem Tisch. Auch Kürbisse und Apfelkuchen dürfen nicht fehlen. Zur Verzierung kommt für Tafel und Haus schliesslich noch Thanksgiving Deko in Erdtönen zum Einsatz. Hierbei darf man sich gerne von der Natur inspirieren lassen: Kastanien, Tannenzapfen, buntes Herbstlaub, Zweige, rote Beeren und Eicheln lassen sich wunderbar draussen mit der Familie sammeln und als Tischdeko verwenden.
Als Blumen darf dafür alles zum Einsatz kommen, das die Farben von Thanksgiving thematisch aufgreift: das Braun des Truthahns, das Gelb des Maises, das Rot der Preiselbeeren und das Orange der Kürbisse.
Das Erntedankfest, wie wir es kennen, ist vor allem ein kirchliches Fest. Anders als in den USA steht dabei nicht die Familie im Vordergrund, sondern wir danken Gott in Erntedank-Gottesdiensten und mancherorts auch mit Festumzügen für eine gute Ernte.
Typische Blumen zum Erntedankfest sind ebenfalls Hagebutten, aber auch Physalis, Chrysanthemen und Dahlien.

Mexiko ist zusammen mit dem Amazonasgebiet das Ursprungsland des Kakao und somit der Geschichte der Schokolade. Kakaobohnen wurden schon von den Ureinwohnern Mexikos, den Mayas und Azteken, kultiviert und zu einem Schokoladengetränk, dem Kakao, verarbeitet. Der Stellenwert des Kakaobohnen war so hoch, dass sie sogar als Zahlungsmittel verwendet wurden.
Die wildwachsende Kakaopflanze (Theobroma cacao) stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet im nördlichen Südamerika (heutiges Ecuador und Kolumbien) und aus Mittelamerika, insbesondere aus dem Gebiet des heutigen Mexiko, Guatemala und Honduras. In Mexiko nimmt die Geschichte des Kakao und der Schokolade ihren Ursprung. Schon 1500 v. Chr. hat das Volk der Olmeken im Tiefland an der mexikanischen Golfküste die Kakaopflanze kultiviert und genutzt.
Später übernahm das Volk der Maya auf der Yucatán Halbinsel diese Tradition. Sie bezeichneten sowohl die Kakaofrucht also auch das Getränk als »kakawa« oder auch »kakaw«. In der Mythologie der Maya war Kakao ein Geschenk der Götter. Er wurde bei Zeremonien wie Hochzeiten, religiösen Ritualen und Opfergaben verwendet, meist als schaumiges Getränk, das mit Chili, Vanille oder Maismehl gewürzt wurde.
Im 14.-16. Jahrhundert drangen die Azteken ins mexikanische Hochland ein, dort wo sich heute die Hauptstadt Mexikos befindet. Sie übernahmen den Kakao-Kult der Maya und gaben dem Getränk den Namen »xocolatl«, was in der Sprache der Azteken (Nahuatl) frei übersetzt »bitteres Wasser« bedeutet. Das Kakaogetränk war ungesüßt, wurde mit Chili und Gewürzen angereichert und dann kalt getrunken. Für die Azteken war xocolatl das Getränk der Götter.
Kakao war in den Zeiten der Maya und Azteken mehr als ein Lebensmittel, es war Symbol göttlicher Kraft, soziales Statussymbol und ökonomisches Gut zugleich. Kakaobohnen galten als Mexikos braunes Gold und wurden damals im gesamten mesoamerikanischen Raum als Zahlungsmittel verwendet.
Mit der spanischen Eroberung Mexikos im 16. Jahrhundert begann ein Wandel in der Bedeutung des Kakaos. Die Konquistadoren brachten Kakaobohnen nach Europa, wo das bittere Getränk zunächst keinen Gefallen fand. Erst durch die Zugabe von Zucker, Zimt und Milch wurde das Getränk dem europäischen Gaumen angepasst.
Heute ist Mexiko nur noch ein vergleichsweise kleiner Produzent von Kakao. Die weltweit größten Produktionsländer liegen in Westafrika. Die Pflanze ist empfindlich gegenüber direkter Sonne, Trockenheit und Krankheiten, was den Anbau anspruchsvoll macht.
In Mexiko wird die Kakaopflanze heute vor allem im südlichen Teil des Landes angebaut, in warmen und feuchten Regionen mit tropischem Klima. Das mit Abstand größte Anbaugebiet liegt im Bundesstaat Tabasco. Hier erfolgt 60 % der nationalen Produktion. Es folgt der Bundesstaat Chiapas, wo nahe der guatemaltekischen Grenze die Kakaopflanze wunderbar gedeiht, auch hochwertige Sorten. Die Flächen sind meist bescheiden, dafür wird vermehrt auf biologischen oder naturnahen Anbau gesetzt. Man möchte auf Qualität statt Masse fokussieren.
Typische Kakao-Gerichte in Mexiko:
- Chocolate caliente (heisse Schokolade): Mit Wasser oder Milch zubereitet, oft mit »tabletas de chocolate« aus lokalen Manufakturen.
- Mole: Eine herzhafte Soße mit Kakao, die bekanntesten Varianten sind Mole poblano aus der Region von Puebla und die Mole negro aus Oaxaca.
Oaxaca gehört zwar nicht zu den wichtigen Anbaugebieten von Kakao, doch weist der Bundesstaat tiefe indigene Wurzeln auf und Kakao hat seit Jahrhunderten eine spirituelle und soziale Bedeutung.
Wenn du die beeindruckenden Ruinen von Uxmal im Bundesstaat Yucatán besuchst, solltest du dir unbedingt einen Abstecher zu Choco-Story Uxmal gönnen. Choco-Story ist kein klassisches Museum. Die Ausstellung ist in traditionellen Gebäuden im Stil der Maya-Architektur untergebracht und befindet sich in einer wunderschönen, weitläufigen Parkanlage mit tropischer Vegetation.
Truthahn mit Füllung - So gelingt dir der perfekte Truthahn mit unserer Hausfüllung | HOW TO
Dieser atmosphärische Rahmen lädt zum Entdecken und Verweilen ein und schafft eine authentische Verbindung zwischen Natur, Geschichte und Kultur. In den Maya-Hütten erzählen spannende Ausstellungen von der Bedeutung des Kakaos in der antiken Welt und der heutigen Schokoladenherstellung.
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