Süßkartoffel mit weißem Fleisch: Vielfalt, Anbau und kulinarische Verwendung

Die Süßkartoffel (Ipomea batatas), auch Batate oder Knollenwinde genannt, gehört zur Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Bei guten Wachstumsbedingungen kann sie meterlange, rankende Triebe bilden und benötigt daher ausreichend Platz.

Ursprung und Verbreitung

Süßkartoffeln wurden schon vor vielen hundert Jahren in den tropischen Gebieten Südamerikas angebaut. Inzwischen ist diese Kulturpflanze über die ganze Welt verbreitet.

Anbau

Alle aktuell im Anbau befindlichen Sorten haben einen hohen Wärmeanspruch. Frost vertragen die Pflanzen auf gar keinen Fall, und sie gedeihen nur bei ausreichend warmem Wetter. Die Kulturzeit von Pflanzung bis Ernte beträgt je nach Sorte 90 bis 120 Tage.

Jungpflanzenanzucht

Anders als bei der klassischen Kartoffel (Solanum tuberosum) werden keine Knollen, sondern vorgezogene Jungpflanzen gesetzt. Natürlich kann man auch versuchen, die Jungpflanzen selbst heranzuziehen. Dazu besorgt man sich im Winter Knollen, die an einem hellen und warmen Ort angetrieben werden. Ab Mitte Februar legt man eine nicht zu große Knolle oder eine an der Schnittfläche abgetrocknete Knollenhälfte in einen Topf mit Substrat. Wichtig ist ein warmer und heller Ort bei einer Temperatur von 20 bis 25°C. Alternativ lassen sich die Knollen auch in Wasser antreiben, ähnlich wie bei Avocadokernen.

Die Jungpflanzen setzt man am besten erst Anfang Juni, auf keinen Fall aber vor Mitte Mai, da bis dahin mit Nachtfrösten zu rechnen ist. Gepflanzt wird auf 60 cm breite und 20 cm hohe Dämme in einem Abstand von 30 bis 40 cm. Süßkartoffeln brauchen viel Wärme und einen lockeren Boden. Am besten eignet sich ein sandiger Lehm in vollsonniger Lage. Bei der Düngung ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Stickstoff gegeben wird, da dies zu üppigen Trieben, aber kleinen Knollen führt.

Sortenvielfalt

Die verschiedenen Sorten der Süßkartoffel sind vor allem an ihrer Farbe erkennbar:

  • 'Beauregard': Dunkel-orangene Schale und gleichmäßig orangefarbenes Fleisch.
  • 'Sugarroot Chestnut': Orange-bronzefarbene Schale und gelb-orange marmoriertes Fleisch.
  • 'Sugarroot White': Dunkelviolette Schale und weißes Fleisch.
  • 'Sugarroot Purple': Violette Schale und violettes Fleisch.
  • 'Bonita': Hellbraune Schale und weißes Fleisch.
  • 'Erato White': Grosse, violettschalige Knollen mit weissem Fruchtfleisch mit einem leicht süss-cremigen Geschmack.

SÜßKARTOFFELN ANBAUEN 🥔 Vom anpflanzen bis zur großen Ernte

Ernte und Lagerung

Süsskartoffeln sind sehr wärmeliebend und vertragen keinen Frost. Geerntet wird in der Regel vor den ersten Frösten im Oktober. Die Bodentemperatur sollte langfristig nicht unter 12°C sinken. Am besten hebt man die Pflanzen vorsichtig mit einer Grabegabel aus der Erde.

Anders als Kartoffeln sind Süsskartoffeln nicht lange haltbar. Um sie mehrere Monate lagern zu können, braucht es eine aufwändige Nacherntebehandlung. Dabei werden die Knollen für 5 bis 7 Tage in geschlossenen Räumen bei 27 bis 33°C und 85 bis 90% relativer Luftfeuchte gelagert. Zusätzlich muss für eine gleichmässige Frischluftzufuhr gesorgt sein. Bei diesem sogenannten Curing finden Wundheilungsprozesse statt und es wird Stärke in Zucker umgewandelt. Erst nach dieser Prozedur sind die Knollen bei Temperaturen von 13 bis 16°C und einer Luftfeuchte von ungefähr 85 % bis zu 12 Monate lagerfähig. Auch hier ist eine gleichmässige Frischluftzufuhr erforderlich.

Auf diesem Hintergrund wird man die eigene Ernte am besten sehr bald verzehren.

Verwendung in der Küche

Vor allem die unterirdischen Speicherwurzeln und teilweise die Laubblätter werden als Nahrungsmittel genutzt.

Die Knollen werden ähnlich wie Kartoffeln in gewaschenem und gegebenenfalls geschältem Zustand gekocht, gebacken, frittiert, überbacken oder gebraten. Die ungeschälte Zubereitung im Ofen ist ebenso möglich, wobei der Geschmack gut erhalten bleibt. Auch im Mikrowellenherd kann sie mit Schale gegart werden.

Grosse, violettschalige Knollen mit weissem Fruchtfleisch mit einem leicht süss-cremigen Geschmack. Die Süsskartoffel 'Erato' besitzt ein aussergewöhnliches, leuchtend weisses Fruchtfleisch. Ist vielfältig einsetzbar und lässt keinen Wunsch offen. Die Süsskartoffeln benötigen reichlich Wasser, vor dem Pflanzen Kompost oder Hornspäne einarbeiten. Vorteilhaft ist die Pflanzen an einem Stab aufzubinden.

Ob gekocht, gebraten, gedämpft, überbacken oder frittiert: Süsskartoffeln schmecken in verschiedensten Gerichten. Ihre Süsse erhalten sie durch ihren hohen Zuckergehalt, der 4,2 Gramm pro 100 Gramm beträgt. Zum Vergleich: eine rohe Kartoffel weist lediglich 0,7 Gramm Zuckergehalt auf.

Das Wurzelgemüse schmeckt auch roh, beispielsweise als Gemüsesticks zum Dippen oder fein geraspelt im Salat. Je nach Sorte enthält die Süsskartoffel jedoch viel Oxalsäure, weshalb der rohe Verzehr nur im Mass empfohlen wird.

Die Süsskartoffel ist auch roh essbar und kann zum Beispiel fein geraspelt in einem Salat verwendet werden. Essbar sind auch die spinatähnlichen Blätter. Übrigens sind auch Blüten und Blätter der Pflanze essbar und überraschen, je nach Sorte, durch unterschiedliche Geschmacksnoten.

Auch im Mikrowellenherd kann sie mit Schale gegart werden. Gebackene Süßkartoffeln gehören zum traditionellen Truthahn-Menü, das in den USA zu Thanksgiving gegessen wird. In der asiatischen, vor allem in der koreanischen Küche, werden Süßkartoffeln vielfach verwendet und damit auch Nudeln hergestellt, die dort zum beliebten Japchae zubereitet werden. In Japan werden Süßkartoffeln für Süßspeisen wie den Yōkan verwendet, oder als geröstete Süßkartoffel als Zwischenmahlzeit gegessen.

Nährwerte und gesundheitliche Vorteile

Süsskartoffeln sind ausgesprochen reich an Kohlenhydraten und besitzen viele gesunde Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Kalzium) und wenig Fett. Die rotfleischige Variante liefert zudem viel Vitamin E, Vitamin A und Beta-Carotin.

Süsskartoffeln haben einen hohen Gehalt an Betacarotin, was eine zellschützende Wirkung hat und das Immunsystem stärkt. Süsskartoffeln enthalten mehr Ballaststoffe als Kartoffeln und haben einen niedrigeren glykämischen Index. Die Knollen schwemmen überschüssiges Wasser aus und können einen erhöhten Blutdruck senken, sie wirken entzündungshemmend und antioxidativ.

Nährwerte pro 100g Süßkartoffel:

Nährstoff Menge
Kalorien 86 kcal
Kohlenhydrate 20 g
Zucker 4,2 g
Fett 0,1 g
Eiweiß 1,6 g
Ballaststoffe 3 g
Vitamin A 709 μg
Beta-Carotin 8500 μg
Kalium 337 mg

Süsskartoffeln lassen sich vielseitig zubereiten: Sie können gekocht, gebraten, püriert oder in Folie gebacken werden, z.B. zu Suppe, Püree, Pommes, Chips oder Gratin.

Die Süsskartoffel ist auch roh essbar und kann zum Beispiel fein geraspelt in einem Salat verwendet werden. Essbar sind auch die spinatähnlichen Blätter.

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