Labskaus ist ein typisches norddeutsches Gericht, das seine Wurzeln in der Seefahrt hat und bis heute in vielen Haushalten sowie in Restaurants in Norddeutschland beliebt ist. Besonders in der Region um Hamburg und Bremen ist es ein fester Bestandteil der kulinarischen Tradition.
Es besteht aus einer Mischung aus gekochtem und zerdrücktem Pökelfleisch (meist Corned Beef), Kartoffeln, Zwiebeln und in manchen Fällen Rote Bete. Ein charakteristisches Merkmal vieler Labskaus-Rezepte ist, dass die Rote Bete nicht in die Labskaus-Masse eingebracht wird, sondern als separate Beilage serviert wird. Dieser Artikel beschäftigt sich detailliert mit dem Labskaus-Rezept, insbesondere mit der Variante, bei der Rote Bete als Beilage serviert wird.

Labskaus mit Spiegelei
Die Geschichte des Labskaus
Labskaus entstand ursprünglich als Seemannsgericht während der Hansezeit. Es war ein praktisches und nahrhaftes Essen, das sich leicht zubereiten ließ und für die langen Seereisen geeignet war. In der Zeit, als die Hanse die Handelsbeziehungen im Norden Europas stärkte, war Labskaus eine der wenigen Gerichte, die aufgrund der einfachen Zutaten und der Langlebigkeit sowohl auf See als auch an Land serviert werden konnte.
Heute ist Labskaus nicht nur ein Gericht mit historischer Bedeutung, sondern auch ein Symbol der norddeutschen Küche. Es wird oft bei Familienfeiern, aber auch in Restaurants serviert, die sich auf traditionelle norddeutsche Gerichte spezialisiert haben.
Schnelles Hamburger Labskaus Rezept von Steffen Henssler
Rezeptvarianten und regionale Unterschiede
Wie bei vielen traditionellen Gerichten gibt es auch bei Labskaus verschiedene Rezeptvarianten, die regional oder familiär unterschiedlich sind. Einige der wichtigsten Abweichungen betreffen die Zutaten, die Zubereitungsart und die Präsentation.
Besonders auffällig ist, dass in einigen Regionen die Rote Bete nicht in die Labskaus-Masse integriert wird, sondern als separate Beilage serviert wird. Ein weiterer Unterschied liegt in der Verwendung des Pökelfleisches. In einigen Rezepten wird Corned Beef verwendet, in anderen Kassler. Beide Fleischsorten sind in der norddeutschen Küche verbreitet und können je nach Geschmack und Verfügbarkeit ausgetauscht werden.
Zutaten für Labskaus (Variante mit Rote Bete als Beilage)
- 500 g Pökelfleisch (Corned Beef oder Kassler)
- 1 kg Kartoffeln
- 2 Zwiebeln
- 500 g Rote Bete (frisch oder aus dem Glas)
- Saure Gurken
- Spiegeleier
- Matjesfilet (optional)
- Salz, Pfeffer
Zubereitungsschritte
Die Kartoffeln werden geschält und in mundgerechte Stücke geschnitten. In einem großen Topf wird Wasser mit etwas Salz zum Kochen gebracht, und die Kartoffeln werden darin weich gekocht.
Das Pökelfleisch wird in kleine Würfel geschnitten und in die Pfanne zum Anbraten der Zwiebeln gegeben. Es sollte bei mittlerer Hitze zerkleinert werden, bis es eine cremige Konsistenz annimmt. Die gekochten Kartoffeln werden abgegossen und in einen Topf zurückgegeben. Anschließend werden sie mit einem Kartoffelstampfer fein zerstampft. Einige Esslöffel der Brühe werden hinzugefügt, um die Kartoffeln cremiger zu machen.
Das angebratene Pökelfleisch wird zu den Kartoffeln gegeben und gut untergehoben, sodass eine homogene Masse entsteht. In der Zwischenzeit werden die Spiegeleier in einer separaten Pfanne gebraten.
Die Rote Bete wird entweder frisch gekocht oder aus der Dose verwendet und in dünne Scheiben geschnitten. Die saure Gurke wird ebenfalls in dünne Streifen geschnitten.
Das Labskaus wird in eine tiefere Schale oder einen Teller gefüllt. Die Rote Bete, die saure Gurke und das Matjesfilet werden als Beilage darauf gelegt. Darauf wird ein großzügig gebratenes Spiegelei platziert, um das Gericht optisch abzurunden.
Tipps für die Zubereitung
Qualität der Zutaten: Ein gutes Labskaus hängt stark von der Qualität der verwendeten Zutaten ab.
Bratzeit: Die Zwiebeln sollten gut glasig werden, damit das Labskaus eine würzige Note bekommt.
Kartoffeln: Es ist wichtig, die Kartoffeln gut zu stampfen, damit die Masse cremig und nicht zu fest ist.
Präsentation: Labskaus wird am besten in einer tiefen Schale serviert, damit die verschiedenen Beilagen gut sichtbar sind.
Weitere Zubereitungsarten
Ein weiteres Rezept, das in einigen Quellen erwähnt wird, ist die gebackene Variante von Labskaus. Bei dieser Zubereitungsart wird die Masse in eine Auflaufform gefüllt, mit Butterflöckchen bestreut und anschließend im Ofen gebacken. Dadurch entsteht eine knusprige Kruste, die das Labskaus optisch und geschmacklich aufwerten soll.
Labskaus in der modernen Küche
Trotz seiner traditionellen Wurzeln hat sich Labskaus auch in der modernen Küche etabliert. Es wird in vielen norddeutschen Restaurants als Klassiker serviert und wird manchmal auch mit modernen Twist kombiniert, um den Geschmack der jüngeren Generationen zu treffen.
Labskaus passt besonders gut zu anderen deftigen Gerichten, die in der norddeutschen Küche verbreitet sind. So wird es manchmal zusammen mit einer Portion Bratkartoffeln, einer Suppe oder einem einfachen Salatteller serviert.

Labskaus mit verschiedenen Beilagen
Nährwert und Gesundheit
Labskaus ist nicht nur geschmacklich, sondern auch nahrhaft. Es enthält eine Mischung aus Proteinen, Kohlenhydraten und Ballaststoffen, was es zu einem ausgewogenen Gericht macht. Das Pökelfleisch liefert Proteine und Eisen, während die Kartoffeln Kohlenhydrate und Ballaststoffe enthalten.
Trotz seiner nahrhaften Eigenschaften sollte Labskaus nicht allzu oft gegessen werden, da es aufgrund der Verwendung von Pökelfleisch und Salz recht fett- und salzreich sein kann.
Labskaus nach Oma Inge: Ein Familienrezept
Labskaus ist ein Gericht mit tiefen Wurzeln in der norddeutschen Küche und hat sich über Jahrzehnte als typisches Bremer und Hamburger Spezialität etabliert. In der Familie wird es oft mit großer Wertschätzung weitergegeben - so auch in der Form, wie sie Oma Inge bereitet.
Die Grundzutaten für Labskaus nach Oma Inge sind einfach, aber durch die Kombination entsteht ein Gericht mit reichem Geschmack. Laut den Quellen wird Labskaus herkömmlicherweise aus Kartoffeln, Corned Beef oder gepökten Rindfleisch, Zwiebeln, Salzgurken und Gewürzen zubereitet. Die Rezeptur ist bewusst flexibel gehalten, um individuelle Vorlieben oder regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.
Zubereitung von Labskaus nach Oma Inge
Die Zubereitung von Labskaus nach Oma Inge folgt einem klassischen norddeutschen Kochstil, der auf einfache Techniken setzt, die aber dennoch Geschmack und Aroma der Zutaten optimal hervorheben.
- Die Kartoffeln werden geschält und in Salzwasser mit Rinderbrühe gekocht.
- Währenddessen werden die Zwiebeln abgezogen und fein gewürfelt.
- Anschließend wird das Corned Beef (oder Rindfleisch) in Würfel geschnitten und zu den Zwiebeln in die Pfanne gegeben.
- Zusammen mit Lorbeerblättern wird die Mischung auf kleiner Flamme langsam geschmoren. Es ist wichtig, nicht scharf anzuheizen, um das Fleisch nicht auszutrocknen.
- Die gekochten Kartoffeln werden abgegossen und mit etwas Kochwasser aufbewahrt. Sie werden dann mit einem Kartoffelstampfer zerkleinert und mit der Fleisch- und Würzmasse vermengt.
- Mit Salz, Pfeffer und Muskat wird abschließend nach Geschmack abgeschmeckt.
Labskaus wird traditionell mit Spiegeleier, eingelegte Gurken, Rotebetesalat und Matjes serviert.
Kreative Anpassungen und vegetarische Varianten
Obwohl Labskaus nach Oma Inge ein traditionelles Rezept ist, erlauben die Rezepte auch kreative Anpassungen. Eine vegetarische Variante könnte beispielsweise das Corned Beef durch gebratene Würstchen, Tofu oder gebratenes Gemüse ersetzen.
Ein weiterer Aspekt ist die Flexibilität in der Würzung. In einigen Quellen wird erwähnt, dass das Gericht nicht nur mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt wird, sondern auch mit Gurkenflüssigkeit und Rinderbrühe.
Labskaus als kulturelles Symbol
Labskaus ist nicht nur ein Gericht, sondern auch ein Symbol der norddeutschen Kochkultur. Es wird oft in der Familie gekocht und ist in regionalen Rezepten wie in Bremerhaven oder Hamburg weit verbreitet. In den Quellen wird auch erwähnt, dass Labskaus in der Gegend um Liverpool unter dem Namen Scouse bekannt ist. Dies zeigt, dass Labskaus nicht nur regional begrenzt ist, sondern auch internationale Verbindungen hat.
Zudem wird Labskaus oft mit anderen norddeutschen Gerichten wie Kalter Hund, Birnbohne oder Pförtchen kombiniert. In einigen Rezepten wird auch ein Bauernfrühstück erwähnt, das oft mit Labskaus serviert wird.
Ein weiterer Aspekt, der in mehreren Quellen erwähnt wird, ist die pädagogische und soziale Funktion von Labskaus. In dem Buch „Sehnsucht nach Sommerby“ wird Labskaus nicht nur als Rezept, sondern auch als ein Mittel zur Förderung von Kooperation und Kreativität in der Familie beschrieben.
Diese Form des Kochens ist besonders für Familien mit Kindern von Vorteil, da es nicht nur den Spaß am gemeinsamen Kochen fördert, sondern auch die Auseinandersetzung mit regionalen Zutaten, traditionellen Techniken und der eigenen Kreativität ermöglicht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Labskaus nicht nur ein Gericht ist, sondern auch ein Medium für Sozialisation, Bildung und Nachhaltigkeit.
Labskaus: Mehr als nur ein Gericht
Labskaus ist ein Gericht, das tief in der norddeutschen Kultur verwurzelt ist. Es wird nicht nur in Restaurants serviert, sondern auch in der Familie gekocht und oft bei Festen, Familienfeiern oder traditionellen Anlässen angeboten. Die Wurzeln des Gerichts gehen weit in die Geschichte zurück.
In einigen Quellen wird erwähnt, dass Labskaus in der Gegend um Liverpool als Scouse bekannt ist. Dies deutet darauf hin, dass das Gericht nicht nur regional, sondern auch international verbreitet ist und sich über verschiedene Kulturen verbreitet hat.
Zudem ist Labskaus ein Gericht, das sowohl deftig als auch gesund sein kann. Es enthält reichlich Gemüse, Proteine und Getreide, was es zu einer ausgewogenen Mahlzeit macht.
Labskaus nach Oma Inge ist nicht nur ein Gericht, sondern auch ein Symbol der norddeutschen Kultur, Familie und Flexibilität. Es ist ein Gericht, das sowohl traditionell als auch modern zubereitet werden kann und das sowohl in der Familie als auch in der Gastronomie einen festen Platz hat. Die Anpassungsfähigkeit des Gerichts, sei es vegetarisch oder mit anderen Zutaten, macht es zu einer idealen Mahlzeit für Familien mit unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen.
Insgesamt ist Labskaus ein Gericht, das nicht nur den Gaumen erfreut, sondern auch Emotionen und Erinnerungen weckt. Es ist ein Gericht der Verbundenheit, das die Werte von Familie, Tradition und Flexibilität vereint.
Labskaus in Bremen
Bremen ist vielfältig, bunt und interessant. Bremen blickt als Hansestadt auf eine lange Seefahrt-Tradition zurück. Entlang der Weser kommt Meerhafenstimmung auf. Die traditionelle Bremer Küche ist nichts für Vegetarier. Das bekannteste Bremer Wintergericht ist “Kohl und Pinkel” - Grünkohl mit Kasseler, Bauchspeck und Pinkel, einer herzhaften Wurst, die neben Fleisch auch Grütze, grob zerkleinerte Getreidekörner, enthält.