Salatanbau im Mini-Gewächshaus: Eine umfassende Anleitung

Ein Mini-Gewächshaus ist ideal, um dein eigenes Gemüse im Garten anzubauen. Da es vor Regen, Wind und Schnee schützt, gelingt die Anzucht oft wesentlich besser als im Freien. Zudem ist die Aussaat mehrere Wochen früher möglich, was deine Erntezeit deutlich verlängert.

Wie funktioniert das kleine Gewächshaus?

Das DIY-Minigewächshaus macht sich ähnlich wie ein grosses Glashaus den Treibhauseffekt zunutze. Das kleine, selbstgebaute Gewächshaus eignet sich insbesondere für die Vorkultur von Pflanzen. Für die Anzucht auf der Fensterbank eignet sich ein kleines Zimmergewächshaus. Alternativ kannst du auch ein Anlehngewächshaus oder ein Foliengewächshaus kaufen. Fürs Freiland gibt es Pflanztunnel und für das Hochbeet einen Frühbeetaufsatz.

Pflege und Wartung

Solange das Minigewächshaus befüllt ist, entfernst du regelmässig abgestorbene Blätter und andere Pflanzenreste, um deine Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Nach dem Umzug der Pflanzen in den Garten oder auf den Balkon ist die Gelegenheit, das kleine Gewächshaus von Grund auf zu reinigen. Wische dafür die Innenwände und Regalböden mit einer milden Seifenlösung oder einem geeigneten Desinfektionsmittel ab, um Schmutz, Staub und potenzielle Krankheitserreger zu entfernen.

Damit es in dem kleinen Gewächshaus nicht zu warm oder feucht wird, solltest du regelmässig die Tür oder die Dachluke zum Lüften öffnen. Ein Thermo- und Hygrometer hilft dabei, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Mini-Treibhaus zu überwachen. Vergiss nicht, die Pflanzen regelmässig zu giessen, verwende Bewässerungsfiguren oder installiere ein Bewässerungssystem.

Salat pflanzen: So einfach geht’s (Anleitung)

Salatsorten und Anbau

Der Klassiker unter den Salaten lässt sich recht problemlos aus Samen ziehen. Die Pflanzen gedeihen bei entsprechender Pflege in jedem Gartenboden und natürlich auch im Hochbeet. Wichtig ist eine gute und gleichmässige Wasserversorgung, was besonders für die Kultur auf sandigen Böden gilt. Da der Nährstoffbedarf aller Salatarten relativ gering ist, reicht eine Versorgung mit gut gereiftem Kompost aus. Ergänzend, oder wenn kein Kompost verfügbar ist, kann vor der Pflanzung ein organischer Dünger verwendet werden.

Botanisch betrachtet zählen alle Kopfsalate, also auch Eis- und Bataviasalate zur Art Lactuca sativa. Die botanische Stammform ist mit grosser Wahrscheinlichkeit der Zaunlattich (Lactuca serriola), der auch als Kompass-Lattich oder Stachel-Lattich bezeichnet wird. Man findet diese Pflanze oft auf trockenen oder steinigen Standorten.

Alle Kopfsalate bilden weissen Milchsaft, woher auch die Gattungsbezeichnung Lactuca (lat. lactis = Milch) kommt. Im Laufe der Pflanzenentwicklung bildet sich zuerst eine Blattrosette, deren innere Blätter einrollen und so den typischen Kopf bilden. Später treibt aus dem Kopf heraus ein Stängel, an dem die gelben Blüten entstehen. Dieser Vorgang wird auch als Schossen oder Schiessen des Salats bezeichnet.

Beliebte Sorten

Typische Kopfsalatsorten mit hellgrünem bis gelben Innenblatt, die auch als Buttersalat bezeichnet werden, sind 'Attraktion' oder 'Maikönig'. Es gibt diesen Salattyp auch mit leicht oder stärker rot gefärbten Blättern. Neben Sorten mit unterschiedlicher Blattform, Blattfarbe und Blattstruktur werden verschiedene Sorten für den Anbau im Winter, im zeitigen Frühjahr, im Sommer oder im Herbst angeboten.

  • Frühsalatsorten: 'Maikönig' und 'Pia' für Pflanzungen im Spätwinter ins geschützte Frühbeet oder unter einer Abdeckung aus Vlies bzw. Folie.
  • Schossfeste Sorten: 'Merveille de 4 saison' oder 'Attraktion' für die kontinuierliche Salaternte von Frühling bis Herbst.
  • Wintersalate: 'Wintermarie' für die Ernte im zeitigen Frühjahr.

Anzucht und Pflanzung

Kopfsalate sind eine klassische Pflanzkultur, d.h. Für frühe Pflanztermine von März bis April werden die Jungpflanzen auf einer hellen Fensterbank oder in einem Frühbeet oder Kleingewächshaus herangezogen. Die Samen werden im Abstand von 1 bis 3 cm in einer Reihe abgelegt. Schon nach wenigen Tagen zeigen sich die Keimblätter der Salatsämlinge. Sobald sich das erste echte Blatt bildet, werden die Pflänzchen pikiert.

Für eine gute Jungpflanzenentwicklung ist ausreichend Licht erforderlich. So bleiben die Salatpflänzchen kompakt im Wuchs. Bei späteren Pflanztermine ab Mai können die Jungpflanzen auch im Garten- oder Hochbeet angezogen werden. Allerdings haben derart gezogene Jungpflanzen einen nicht so gut geformten Wurzelballen wie solche aus Pflanztöpfen. Sie wachsen daher, vor allem bei sehr warmer und trockener Witterung nicht so gut an, wie getopfte Jungpflanzen.

Natürlich ist auch eine Direktsaat von Kopfsalat möglich. Das Saatbeet wird gut vorbereitet, so dass die Erde feinkrümelig und locker ist. Mit einem Kantholz lassen sich Rillen in die Erde ziehen oder drücken. Die Samen werden im Abstand von 2 bis 3 cm ausgelegt. Anschliessend wird mit der Hand oder einer Pflanzkelle die Rille vorsichtig mit nur wenig Erde abgedeckt, leicht angedrückt und vorsichtig bewässert.

Pflanzabstände und Pflege

Für Kopfsalate werden, je nach Sorte, Pflanzabstände von 25 x 25 cm bis 30 x 30 cm gewählt. Hinweise können der Anleitung auf der Samentüte entnommen werden. Damit die Jungpflanzen sich zu schönen Köpfen entwickeln können, ist regelmässiges Bewässern nötig. Unkräuter zwischen den Salatpflanzen behindern das Wachstum der Kulturpflanze.

Je nach Sorte und Jahreszeit benötigen Kopfsalate von der Saat bis zur Ernte 8 bis 12 Wochen. Winterkopfsalate, wie z.B. die Sorte 'Valdor', haben eine deutlich längere Kulturzeit. Diese frostfesten Sorten werden in der Zeit von Mitte August bis September gesät.

Schädlinge und Krankheiten

Kopfsalat wird gern von Blattläusen und Falschem Mehltau befallen. Den besten Schutz davor bieten resistente Sorten, z.B. 'Dynamite' oder 'Attraktion'. In feuchten Jahren können Nacktschnecken erhebliche Schäden verursachen. Zur Schneckenabwehr gibt es Schneckenzäune mit denen ein ganzes Beet vor Zuwanderung geschützt wird. Zur direkten Bekämpfung können zugelassene Schneckenkornpräparate verwendet werden.

Tipps zum Salat Pflanzen

Salat zählt zu den Seglern unter den Gemüsearten: Sie lieben es, wenn ihnen der Wind um den Wurzelhals weht. Ansonsten kann es nämlich sein, dass er anfängt zu faulen. Von daher pflanzen Sie Setzlinge höher ein, als sie vorher gestanden haben, damit den Jungpflanzen der Wind um die Nase (oder unter die Blätter) wehen kann. Salat pflanzen ist kein Hexenwerk. Es gibt allerdings eine Sache, die Sie unbedingt beachten sollten. Dann ist Ihnen eine gute Ernte garantiert.

Das bedeutet, dass er es liebt, wenn ihm der Wind um den Wurzelhals und unter die Blätter weht. Pflanzen Sie Salat daher immer etwas höher, als er vorher gestanden hat. Ansonsten kann es passieren, dass die Jungpflanzen anfangen zu faulen und absterben.

Sie können vorgezogenen Salat entweder nach den Eisheiligen in das Gemüsebeet auspflanzen. Ausserdem können Sie ab März auch die Salat Samen direkt im Beet aussäen. Salat-Setzlinge unbedingt höher pflanzen, als sie vorher gestanden haben.

Weitere Tipps für den Anbau im Gewächshaus

Einige Gemüsesorten und Pflanzen benötigen eine warme Umgebung, um richtig zu wachsen. Gerade hier ist ein Glas-Gewächshaus von Vorteil, da Gemüsesorten, die Wärme bevorzugen, besonders gut gedeihen. Es gibt keinen Regen, keinen Wind und keine Stürme, die Jungpflanzen oder reifendes Gemüse schwächen oder beschädigen können, und somit ist das Glas-Gewächshaus ein idealer Ort. Des Weiteren ist eine frühe Aussaat möglich.

Das Wichtigste beim Gewächshaus ist, Spaß an der Sache zu haben und einfach mal auszuprobieren, was möglich ist. „Learning by Doing“ ist die Devise.

Was kann ich im Gewächshaus anbauen?

Besonders geeignet für den Anbau im Gewächshaus sind Kohl- und Blattgemüse wie Salat und Kohlrabi sowie Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen und Paprika. Aber auch Kräuter wie etwa Basilikum und Kresse oder auch Gurken lassen sich wunderbar unter Glas anbauen. Nicht jedes Gemüse verträgt sich allerdings miteinander.

Wenn du verschiedene Gemüsesorten anbaust, solltest du darauf achten, was du nebeneinander pflanzt: Paprika und Tomate sind beispielsweise keine guten Beetnachbarn, Paprika und Endivie hingegen vertragen sich besonders gut. Einige Gründe, warum sich manche Gemüsesorten nicht vertragen, sind etwa ein unterschiedlicher Wasser-, Platz- und Nährstoffbedarf. Auch Krankheiten und Schädlinge können im schlimmsten Fall zwischen falschen Beetnachbarn übertragen werden.

Mache dir also am besten einen Plan, mit welchem Gemüse du dein Gewächshaus bepflanzen möchtest und wie du es anordnest, um eine richtig gute Ernte zu erhalten. Oft hilft es dabei, die konkurrierenden Sorten in unterschiedliche Beete zu pflanzen oder sie durch eine neutrale Gemüsesorte zu trennen.

Was du vor dem Anbau beachten solltest

Manchmal ist weniger mehr! Wenn es um dein Gewächshaus geht, solltest du deinem Gemüse genügend Platz lassen. Bedeutend für gesunde Pflanzen und eine dementsprechend gute Ernte ist darüber hinaus auch der Boden. Dieser sollte von Wildwuchs befreit, aufgelockert und entsprechend der Gemüsesorte mit Nährstoffen versorgt sein. Dazu kannst du den Boden mit eigenem Kompost, Brennnesseljauche oder Dünger anreichern.

Hast du dir deinen Platz gut eingeteilt und den Boden vorbereitet, kann es auch schon losgehen.

Aussaat im Gewächshaus

Je nach Gemüsesorte und je nachdem, ob du ein beheiztes oder unbeheiztes Gewächshaus im Garten stehen hast, kannst du zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr mit der Aussaat beginnen. Dabei gilt: Pflanzen mit der längsten Reifezeit sollten als erstes einen Platz im Gewächshaus finden. Für Gemüsesorten mit kurzer Keimdauer ist dabei die direkte Aussaat in dein Gewächshaus sinnvoll - dazu gehören beispielsweise Radieschen und Salat.

Für Gemüsesorten mit längerer Keimdauer empfiehlt es sich, diese im Vorfeld vorzuziehen und danach erst ins Gewächshaus zu pflanzen. Das ist beispielsweise bei Tomaten, Paprika und Chili der Fall. Ziehe dein Gemüse etwa auf der Fensterbank in Ton- oder Kunststofftöpfen oder in einem Mini-Gewächshaus vor.

Möchtest du die vorgezogenen Pflanzen danach in dein Gewächshaus umziehen, solltest du darauf achten, dass kein allzu grosser Temperaturunterschied herrscht.

Pflanzenpflege im Gewächshaus

Sind die Setzlinge eingepflanzt bzw. die Samen ausgesät, ist es an der Zeit, deine Pflanzen zu pflegen. Achte je nach Gemüsesorte auf eine individuelle Bewässerung und vermeide Staunässe. Denke zusätzlich daran, dass du deinem Gemüse regelmässig frische Luft gönnst, damit es etwa im Sommer nicht zu einem Hitzestau kommt oder sich Schimmel durch zu viel Feuchtigkeit bildet. Aufgrund des schnelleren Wachstums deines Gemüses im Gewächshaus solltest du zudem generell auf eine regelmässige Düngung achten. Auch die regelmässige Kontrolle auf Schädlingsbefall und Krankheiten ist unerlässlich, da diese sich im Gewächshaus schnell verbreiten, aber dafür umso schneller und erfolgreicher abgewehrt werden können.

Ernte im Gewächshaus

Da du in einem Gewächshaus längere Erntezeiten geniesst als im Freien, kannst du dich besonders lange an deinem eigenen Gemüse erfreuen. Sommergemüse wie Gurken, Paprika und Tomaten sind bis Ende August meist abgeerntet - doch dein Anbau muss deshalb nicht aufhören. Jetzt ist es an der Zeit, für Nachkulturen wie Feld- und Endiviensalat oder Spinat zu sorgen. Diese kannst du nach erneutem Düngen des Bodens aussäen und bereits im Herbst wieder ernten.

Das Gewächshaus im Winter und Herbst

Ab September gibt es wieder mehr zu tun: Nun werden späte Gemüse im Gewächshaus ausgesät. Spinat, Salate und Rettich aus dem eigenen Gewächshaus können so bis in den November geerntet werden. Für Selbstversorger ist so ein Treibhaus also fast unverzichtbar.

Gemüsesorten, die mit kurzen Tagen und wenig Licht gedeihen, sind Gartenkresse, Radieschen, Rauke, Spinat und Pflücksalate. So steht bereits im März das erste selbst angebaute Biogemüse auf dem Tisch.

Damit das junge Gemüse im Gewächshaus nicht erfriert, muss es frostfrei gehalten werden. Bei Aussentemperaturen bis zu -4 Grad Celsius reicht dafür meist die Isolierwirkung von Glas beziehungsweise Folie aus, am Boden rundherum verstärkt durch Noppenfolie oder Styrofoamplatten. Wer auch bei kälteren Temperaturen aus Gründen der Nachhaltigkeit auf eine elektrische Heizung verzichten möchte, platziert Wärme abstrahlende Säcke mit Kompost oder Mist im Gewächshaus. Auch wassergefüllte Kunststoffschläuche, die sich tagsüber erwärmen und die Wärme nachts langsam wieder abgeben, sind eine umweltfreundliche Option. Eine frostige Nacht überstehen die Pflänzchen auch mal mit Hilfe einiger brennender Stumpenkerzen oder Grablichter.

Setzlinge von Gemüse im Gewächshaus vorziehen

Tische und Regale vergrössern die zur Verfügung stehende Anbaufläche. Hier lassen sich ab Februar Anzuchtschalen und Töpfe mit Sommergemüse wie Kopfsalat, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli und Erbsen sowie Balkon- und Sommerblumen platzsparend unterbringen. Ab März werden Basilikum, Thymian, Majoran und Estragon für das Kräuterbeet vorgezogen. Tomaten, Auberginen und Paprika werden jetzt ausgesät. Im April schliesslich ist die Zeit für die Aussaat von Gurken und Melonen gekommen. Auch Bohnen, Zuckermais, und Zucchini können jetzt vorgezogen werden. An sonnigen Tagen müssen die Lüftungsklappen geöffnet werden, um Stauhitze zu vermeiden.

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