Wenn eine Vielzahl an Früchten und Beeren Saison haben, sollten Sie das ausnutzen, zum Beispiel indem Sie Konfitüre selber machen. Feine Konfitüren-Rezepte gibt es viele, und die Zubereitung geht fix! Sie brauchen nur zwei, drei Zutaten und im Gegensatz zu gekaufter Kunfi oder Gelees funktioniert das Rezept ganz ohne künstliche Zusatzstoffe. Hinzu kommt, dass in selbstgemachter Konfitüre meist wesentlich weniger Zucker steckt. So haben Sie am Ende einen gesünderen Brotaufstrich als bei gekaufter Marmelade, und er schmeckt erst noch besser.
Konfitüre selber machen ist kein Hexenwerk. Alles, was Sie brauchen, ist ein wenig Know-how, tolle Konfitüre Rezepte und Lust auf Ihre eigene Konfi-Kreation. Mit unseren einfachen Konfitüre Rezepten können nämlich auch Sie Marmelade selber machen.

Die Grundzutaten und ihre Bedeutung
Die Grundzutaten einer Konfitüre sind simpel: Früchte und Zucker. Diese werden im Verhältnis 1:1 miteinander verkocht, also zum Beispiel 1 Kilogramm Aprikosen und 1 Kilogramm Zucker. Das ist die Faustregel. Es ist aber auch möglich, Konfitüre mit weniger Zucker herzustellen.
Normaler Haushaltszucker funktioniert in jedem Fall. Gelierzucker enthält zusätzliches Pektin und meist auch Zitronensäure. Beides hilft, dass die Konfitüre geliert, also fest wird - auch mit weniger Zucker. Für Anfänger*innen ist Gelierzucker ein sicherer Wert, auf der Verpackung steht jeweils, in welchem Verhältnis man ihn verwendet. Achtung: Der Zuckergehalt wirkt sich auf die Haltbarkeit einer Konfitüre aus.
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Welche Früchte eignen sich am besten?
Wer Marmelade einkochen möchte, kann grundsätzlich jede beliebige Sorte von Beeren und Früchten verwenden. Von Sorte zu Sorte verschieden ist allein die Gelierfähigkeit, die es dann mit speziellem Gelierzucker aus dem Supermarkt auszugleichen gilt. Für alle Früchte gilt: Idealerweise sind diese noch nicht ganz reif; dann gelieren sie besser.
Je schlechter die Gelierfähigkeit der Früchte ist, desto mehr Geliermittel muss man beim Konfitüre selber machen hinzugeben. Eine bessere Konsistenz der Konfitüre erreicht man auch, indem man eine Fruchtsorte mit schlechter Gelierfähigkeit mit einer Sorte mischt, die besonders gut geliert.
Gut zu wissen: Gewisse Früchte haben einen hohen Pektingehalt und gelieren darum sehr leicht. Das sind zum Beispiel Pflaumen, Stachelbeeren, Äpfel, Quitten, Zitrusfrüchte, Johannisbeeren oder Rhabarber. Andere Früchte wie Erdbeeren, Kirschen und Holunder gelieren schlecht. Mittelmässig gut sind Aprikosen, Himbeeren oder Brombeeren. Der Trick besteht darin, dass man schlecht gelierende Früchte mit gut gelierenden kombiniert. Bewährte Kombinationen sind etwa Erdbeer-Rhabarber oder Kirschen-Johannisbeeren.
Mit reifen, saisonalen Früchten wird Konfitüre besonders fein. Wenn immer möglich, reife Früchte der Saison verwenden.
Das klassische Konfitüre-Rezept
Obwohl dieses Rezept zum Erdbeermarmelade selber machen gedacht ist, funktioniert die Zubereitung auch mit anderen Beeren, Aprikosen oder Früchten der Saison. Tauschen Sie die Erdbeeren einfach mit frischen Früchten - eventuell sogar aus dem eigenen Garten - aus.
Die Zutaten für etwa 5 Gläser à 500 ml:
- 1,5 kg Erdbeeren (oder andere saisonale Früchte)
- 500 g Gelierzucker
- Optional etwas Zitronensaft
Vorbereitung:
Wenn Sie eine Erdbeer-Konfitüre - oder eine andere Marmelade - selber machen, müssen Sie entscheiden, ob Sie grössere Fruchtstücke darin haben möchten oder nicht. Wenn ja, können Sie die Hälfte der gewaschenen und geputzten Erdbeeren je nach Grösse halbieren oder vierteln und die Hälfte der Früchte pürieren. Die Hälfte des Obsts kommt dann geschnitten ins Glas. Wer es ganz fein mag, kann auch alles pürieren und die Masse anschliessend durch ein feines Sieb drücken.
Das Einkochen:
Zum Einkochen der Erdbeer-Marmelade einen grossen Topf nehmen, Früchte-Masse hinein geben, mit dem Gelierzucker sowie eventuell dem Zitronensaft vermengen und unter ständigem Rühren aufkochen. Danach die Hitze etwas runterdrehen und zwei bis drei Minuten weiter kochen.
Gelierprobe: Wann ist die Konfitüre fertig?
Früchte und Zucker werden gemeinsam zu einer Marmelade gekocht. Ob die Konsistenz der Konfi gut ist, erkennst du, wenn du einen Klecks davon auf einen Teller gibst, sie kurz abkühlen lässt und den Teller dann schräg hältst.
Vor dem Abfüllen die Gelierprobe machen: Dazu einen Teelöffel Kunfi auf einen Teller geben. Wenn die Marmelade nach ein bis zwei Minuten dicklich wird, sollte sie später die richtige Konsistenz haben. Falls die Konfiture nicht fester wird, einfach zwei bis drei Minuten weiter kochen und nochmals die Gelierprobe machen.
Das Abfüllen:
Die fertige Konfitüre in sterile Gläser abfüllen. Deckel draufschrauben und abkühlen lassen. Stellen Sie die vollen Glässer für 30 Minuten auf den Kopf.
Tipp: Ist absehbar, dass das letzte Glas nicht ganz voll wird, stellen Sie am besten die mehr oder weniger grossen Reste gleich in den Kühlschrank und geniessen diese direkt in den nächsten Tagen.
Gläser richtig reinigen und sterilisieren:
Für den süssen Brotaufstrich verwendent Sie am besten Schraubgläser. Kochen Sie die Gläser vorher aus oder spülen Sie sie mit sehr heissem Wasser gründlich aus. Die Schraubdeckel einige Zeit in einer Schüssel mit heissem Wasser auf das Befüllen der Marmeladengläser warten lassen. Die Gläser auf ein Handtuch oder eine Ablage stellen und trocknen lassen.
Was tun, wenn die Konfitüre zu flüssig ist?
Für das Andicken der Konfitüre sorgt der Gehalt an Pektin im Obst. Je mehr Pektin, desto besser geliert die Konfitüre. Genügt der natürliche Pektin-Gehalt deiner Früchte nicht, kannst du entweder Gelierzucker oder Agar-Agar, ein pflanzliches Geliermittel, hinzugeben. Auch Grossmamis Trick kann bei zu flüssiger Konfi Wunder wirken: Einfach einen halben Apfel fein in die Marmelade reiben und das Ganze kurz ruhen lassen.

Variationen des Marmelade-Rezepts
Gerade bei diesem Rezept ist alles möglich, wenn man variieren möchte. Man kann ein paar Bio-Orangen- oder Zitronen-Zesten mitkochen oder zum Schluss ein, zwei Esslöffel Rum oder Orangenlikör unterrühren. Wird das Marmelade-Rezept früher in der Saison gekocht, dann ist Rhabarber ein geschmacklich geeigneter Partner. Das Rezept ist aber auch eine gute Basis für Himbeer-Konfitüre und andere Beerenmarmeladen. Sind die Beeren etwas fester, wie etwa Heidelbeeren, einfach einige Zeit länger kochen. Das Pürieren verkürzt etwas die Einkochzeit.
Sie können Ihre Marmelade noch verfeinern mit einer Spirituose. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Schuss Amaretto in Ihrer Marmelade? Ebenso gut schmeckt es, wenn Sie Ihre Marmelade mit Kräutern oder Gewürzen aufpeppen. Chili, Basilikum oder Minze eignen sich hervorragend und geben der Erdbeermarmelade ein gewisses Etwas.
Rezept für leckere Konfitüre ohne Gelierzucker
Wer auf Gelierzucker verzichten möchte, kann für die Konfitüre auch reines Pektin, etwa aus dem Naturkosthandel, verwenden. Pektin wird dabei zur besseren Verarbeitung meist mit Vollrohrzucker oder Kartoffelstärke gemischt und nennt sich Frucht- oder Konfigeel. Das Rezept für Konfitüre ohne Gelierzucker gelingt auch mit Agar-Agar, ein Algenextrakt. Hiervon sind etwa 3 gestrichene Teelöffel pro Kilogramm Früchte nötig. Ihrer Konfitüre geben Sie dann einfach normalen Zucker hinzu.
Achtung: Früchte mit natürlich hohem Pektingehalt sind Quitten, Preiselbeeren sowie Johannisbeeren. Wenn Sie hieraus Konfitüre selber machen, können Sie in der Regel auf Geliermittel verzichten.
Marmelade-Rezept ganz ohne Zucker und Geliermittel
Auch das schmeckt lecker: Konfitüre ganz ohne Geliermittel und Zucker. Es ist nur ein wesentlich grösserer Aufwand und es muss unbedingt ein sehr guter Topf her. Hierzu sind besonders süsse Früchte nötig, wie Pflaumen oder Mirabellen. Das einfache Geheimnis, um Konfitüre ohne Geliermittel selber zu machen und dazu auf Zucker zu verzichten, ist kochen, kochen, kochen. Dies kann allerdings bis zu acht oder zehn Stunden dauern.
Der Trick: Das Obst etwas zerkleinern, in einen Topf mit dickem Boden geben und bei ganz kleiner Flamme köcheln lassen, und zwar unbedingt ohne umzurühren. Wird gerührt, brennt die Konfitüre eher an. Erst am Schluss des Kochvorgangs einmal durchrühren und Konsistenz prüfen. Ist die Marmelade nun fest, kann, wie oben beschrieben, abgefüllt werden. Diese Marmelade ist durch den fehlenden Zuckerzusatz dann nicht ganz so lange haltbar, insbesondere nach dem Öffnen.
Wie wird meine Konfitüre besonders fein?
Wenn man die Früchte vor dem Marmelade Einkochen püriert, wird die Konfitüre später besonders fein. Wer seine Konfi extra samtig mag, streicht die pürierten Früchte ausserdem noch durch ein feines Sieb; feiner geht’s nicht!
Wie muss ich die Konfigläser vorbereiten?
Die Gläser werden mit heissem Wasser gefüllt, um Keime abzutöten und die Konfi so länger haltbar zu machen. Ausserdem kann das Glas dadurch nicht zerspringen, wenn du die heisse Marmelade einfüllst. Alternativ kannst du die Gläser auch im Ofen auf 70 bis 80 Grad erwärmen.
Worauf muss ich achten, um Schimmel zu vermeiden?
Wenn eine Konfitüre schimmlig wird, war der Deckel zu wenig dicht - oder bei beim Abfüllen sind irgendwelche Bakterien ins Glas gekommen. Darum: Sauberes Arbeiten ist Pflicht beim Konfitüre kochen! Die Gläser werden vor dem Einfüllen sterilisiert.
Die Gelierfähigkeit verschiedener Früchte
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Gelierfähigkeit verschiedener Früchte:
| Gute Gelierfähigkeit | Mittlere Gelierfähigkeit | Schlechte Gelierfähigkeit |
|---|---|---|
| Pflaumen | Aprikosen | Erdbeeren |
| Stachelbeeren | Himbeeren | Kirschen |
| Äpfel | Brombeeren | Holunder |
| Quitten | ||
| Zitrusfrüchte | ||
| Johannisbeeren | ||
| Rhabarber |
Der Pektingehalt ist auch ein Grund, wieso in vielen Rezepten Zitronensaft in die Konfitüre gegeben wird.