Die Kokosnuss wird oft als Superfood angepriesen, doch es gibt unterschiedliche Meinungen über ihre gesundheitlichen Vorteile. Während einige Experten Kokosöl als „reines Gift“ bezeichnen, schwören andere auf Kokosprodukte als gesunde Alternative. Stars wie Rihanna setzen auf Kokoswasser, und Veganer nutzen Kokosmilch als Sahneersatz. Aber was steckt wirklich hinter dem Hype?

Nährwerte und Kalorien
Es ist unbestritten, dass die Kokosnuss vielseitig einsetzbar ist. Kokosmilch hat etwa ein Drittel weniger Kalorien als Sahne (230 Kalorien pro 100 Gramm). Kokoswasser, die klare Flüssigkeit aus der unreifen Kokosnuss, enthält nur 15 bis 20 Kalorien pro Deziliter. Eine Studie der Indiana University Southeast zeigte, dass Kokoswasser einen hohen Kaliumgehalt hat und sich als Fitness-Drink und Durstlöscher eignet. Allerdings ist der Natriumgehalt bei längeren Aktivitäten nicht ausreichend, und in Bezug auf Calcium und Magnesium ist Kokoswasser mit mineralisiertem Mineralwasser oder Apfelsaft vergleichbar.
Wirkung auf die Gewichtsabnahme
Zum Abnehmen ist Kokoswasser nicht geeignet, da ein stoffwechselanregender Effekt nicht belegt ist. Auch die angeblichen Wunderwirkungen wie Anti-Aging- und Zellschutz-Effekt sowie Anti-Alzheimer-Effekt sind bisher nicht nachgewiesen.

Kokosöl: Gift oder Superfood?
Kokosöl wurde lange als gesund und schlankmachend angepriesen. Es besteht jedoch zu 82 Prozent aus gesättigten Fettsäuren, die im Verdacht stehen, den Cholesterinspiegel zu erhöhen und Herzprobleme auszulösen. Im Vergleich dazu hat Olivenöl nur 14 Prozent, Butter etwa 60 Prozent und Sonnenblumenöl lediglich sechs Prozent gesättigte Fettsäuren. Forscher der American Heart Association schreiben, dass die ungesunden Fette im Kokosöl die schlechten Cholesterinwerte ansteigen lassen und somit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems fördern. Laut dieser Studie ist Kokosöl so ungesund wie Butter.
Ist Kokosöl immer noch Gift? Die Wahrheit über Kokosfett
Superfood-Glaube
Der weltweite Hype um Superfoods, die den Alterungsprozess aufhalten und vor freien Radikalen schützen sollen, hat auch die Schweiz erreicht.
Umweltaspekte
Ein Problem für Konsumenten sind die Plantagen und der Transport. Bis Kokosnusserzeugnisse ihren Weg zu uns finden, entstehen erhebliche CO²-Emissionen. Auch die Arbeitsbedingungen der Kleinbauern auf den Kokosplantagen sind oft nicht fair. Regenwälder werden für Kokosplantagen gerodet. Es gibt einheimische Produkte, die ähnlich wirksam sind, wie Raps- oder Sonnenblumenöl. Auch Apfelsaft enthält Kalium und Magnesium. Kokosnussprodukte sind somit ein exotischer Luxus.

Alkohol und Kalorien
Alkohol ist eine oft unterschätzte Kalorienquelle. Mit sieben Kilokalorien pro Gramm liefert er fast doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate und ist nach Fett der energiereichste Nährstoff. Viele alkoholische Getränke enthalten zusätzlich Zucker oder fettreiche Zutaten wie Rahm oder Kokosmilch. Da Alkohol im Körper nicht gespeichert werden kann, wird er nur langsam abgebaut, wodurch die Fettverbrennung reduziert wird. Alkohol regt zudem den Appetit an und hat eine enthemmende Wirkung. Wer abnehmen möchte, sollte möglichst auf Alkohol verzichten.
Alternativen zu Milchprodukten
Es gibt verschiedene Milchalternativen, die sich in ihren Nährwerten und ihrer Eignung für verschiedene Ernährungsbedürfnisse unterscheiden:
- Sojamilch: Ähnelt Kuhmilch in Bezug auf den Proteingehalt, enthält aber weniger Kalorien, Zucker und Fett.
- Hafermilch: Hat einen höheren Kohlenhydratgehalt, ist aber zuckerarm und reich an Ballaststoffen (ß-Glucan).
- Reismilch: Enthält am meisten Kohlenhydrate, aber kaum Protein und Fett.
- Kokosdrink: Enthält wenig Energie, Fett, Protein und Zucker.
Die antientzündliche Ernährung
Eine antientzündliche Ernährung kann helfen, chronische Krankheiten zu verhindern und Symptome zu lindern. Sie beinhaltet den Verzehr von frischen Früchten und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten, Olivenöl, Nüssen und Samen sowie Kräutern und Knoblauch. Rotes Fleisch, Zucker und einfache Kohlenhydrate sollten reduziert werden. Gesunde Fette, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, sind ein wichtiger Bestandteil dieser Ernährungsweise.
Tabelle: Vergleich einiger Milchalternativen
| Milchalternative | Kalorien | Protein | Fett | Kohlenhydrate |
|---|---|---|---|---|
| Kuhmilch | ca. 61 kcal/100ml | ca. 3.4 g/100ml | ca. 3.5 g/100ml | ca. 4.7 g/100ml |
| Sojamilch | ca. 40 kcal/100ml | ca. 3.3 g/100ml | ca. 1.8 g/100ml | ca. 2.5 g/100ml |
| Hafermilch | ca. 45 kcal/100ml | ca. 1.0 g/100ml | ca. 1.5 g/100ml | ca. 7.0 g/100ml |
| Reismilch | ca. 47 kcal/100ml | ca. 0.2 g/100ml | ca. 1.0 g/100ml | ca. 9.0 g/100ml |
| Kokosmilch | ca. 230 kcal/100g | ca. 2.3 g/100g | ca. 24 g/100g | ca. 6 g/100g |
Diese Tabelle gibt einen Überblick über die durchschnittlichen Nährwerte verschiedener Milchalternativen. Die tatsächlichen Werte können je nach Marke und Produkt variieren.