Mit dem heutigen Artikel kann ich mir unter allen Fitness-Freaks eine Menge Freunde oder aber Feinde machen. Döner Kebab hat sich hierzulande zur wahren Volksmahlzeit entwickelt, was auch nicht weiter verwunderlich ist.
Ursprünglich handelt es sich bei Döner Kebab um ein beliebtes Gericht aus der türkischen Küche. Der Name steht eigentlich für das sich auf einem Spieß drehende Fleisch, welches mit einer Marinade eingestrichen gegrillt wird. Die jeweils äußersten Schichten des Grillspießes werden mit einem großen Messer abgeschnitten und dann entweder mit Reis, Salat oder (wie wir es hauptsächlich kennen) mit Fladenbrot (Pide oder Dürüm) verzehrt.
Für Döner wurde ursprünglich lediglich Lamm- und Hammelfleisch verwendet, hierzulande greift man inzwischen vermehrt auf Rindfleisch, Kalbfleisch oder Geflügelfleisch (Pute, Hühnchen) zurück.

Ein typischer Döner Kebab mit Salat und Soße.
Kalorien und Nährwerte
In Sachen Nährwerte findet man unterschiedlichste Angaben, was nicht verwundert, da man Döner in der Tat auf zig verschiedene Arten zubereiten kann.
Nimmt man nun die „übliche“ Portionsgröße von etwa 360g für einen Döner mit Fladenbrot an, liegen wir bei stolzen 720 Kalorien, mindestens 54g Protein, mindestens 36g Kohlenhydraten und mindestens 18g Fett. Ein „Leichtgewicht“ ist der typische Döner mit Fladenbrot wahrlich nicht.
Ein durchschnittlicher Kebab bringt laut dem Hersteller Royal Döner rund 615 Kalorien und 35 Gramm Fett auf die Waage. Doch wie kommt diese Zahl zustande? Dafür muss man sich die Zusammensetzung eines Döners erst einmal genauer anschauen.
Ein Döner enthält je nach Imbiss etwa 100 bis 180 Gramm Fleisch, wobei meist vorwiegend Kalbfleisch verwendet wird, aber auch Lammfleisch zum Zug kommt. Neben Scheibenfleisch gibt es den Hackfleischdöner und auch der Döner mit Geflügelfleisch wird in vielen Dönerständen angeboten. Der Einfachheit halber rechnen wir mit 150g Scheibenfleisch von Kalb und Lamm. Hinzu kommen 75 Gramm Salat und Gemüse, 80 Gramm Fladenbrot und 25 Gramm Sauce.
Das Fleisch leistet laut den Nährwerttabellen von Royal Döner also einen Kalorienbeitrag von 417 Kalorien, das Fladenbrot bringt 172 Kalorien auf die Waage. Der Salat in einem Döner hat laut der Seite Figurbetont.com nur 25 kcal. 13 Kalorien entfallen auf die Joghurtsauce. Das macht Total 627 Kalorien - und das ist noch die Diätvariante: Nimmt man Cocktailsauce, schlägt dies mit 80 Kalorien zu Buche, und ein Taschenbrot hat 253 Kalorien.
So ungesund ist ein Döner wirklich! Fitness Fastfood Test
Nährwerte im Überblick
Hier eine Tabelle mit den durchschnittlichen Nährwerten für einen Döner Kebab (ca. 360g) mit Fladenbrot:
| Nährwert | Menge |
|---|---|
| Kalorien | 720 kcal |
| Protein | 54 g |
| Kohlenhydrate | 36 g |
| Fett | 18 g |
Döner Kebab in Deutschland und der Schweiz
Zunächst in Berlin, später in ganz Deutschland, ist der Döner Kebab zu einem der beliebtesten Imbissgerichte geworden. Kreiert hatte ihn ein türkischer Restaurateur in Berlin, aber es gab vor 200 Jahren in der Türkei schon Ur-Döner. Täglich werden in Deutschland 200 bis 300 Tonnen Döner produziert. über 16.000 Kebabstände und der Umsatz der Dönerindustrie beträgt 3,5 Milliarden Euro. Berlin ist mit über 1000 Läden "die Hauptstadt des Döners". In Deutschland gibt es rund 400 Dönerspiess-Produzenten.
Auch Poulet habe nichts in einem echten Döner zu suchen. Er hätte früher nur Kalb- und Rindfleisch und ein paar Zwiebeln verarbeitet.
Auch heute gibt es in kleinen Schweizer Ortschaften Kebabstände, die Pizzerien und McDonalds-Restaurants ernste Konkurrenz machen. Die trendigen Kebabs entsprechen dem Wunsch der jungen Leute nach warmen und sättigenden Snacks, die man im Stehen von Hand essen kann. In der Tat hat ein Kebab Sättigungswert: Der Fettanteil liegt bei ca. 20%.
Döner Kebab erfreut sich in der Schweiz grösster Beliebtheit. Die Dönerbranche will nun gar den Beruf des Dönerverkäufers als Lehrberuf etablieren. Doch wie viele Döner essen die Schweizer pro Jahr und was steckt in so einem Döner drin? 20 Minuten macht den grossen Kebab-Check.
In der Schweiz gibt es laut Zahlen des Döner Kebab Gewerbe Verbands der Schweiz rund 3000 Dönerbuden, welche Kunden mit dem türkischen Gericht versorgen. 2015 wurden 24'000 Tonnen Dönerfleisch verbraucht, pro Kilo lassen sich laut Dönerverband rund 4 bis 5 Portionen Döner mit 150 Gramm Fleisch herstellen, da der Spiess beim Braten an Gewicht verliert und ein Teil des Fleisches nicht verwertet werden kann.
Das würde bedeuten, dass pro Jahr rund 108 Millionen Kebabs über die Ladentheken der Imbissstände wandern, oder 3,4 pro Sekunde. Auf die Bevölkerung der Schweiz gerechnet würde das bedeuten, dass jeder Schweizer im Schnitt 13,5 Döner pro Jahr verdrückt - also etwas mehr als einen pro Monat.

Döner Konsum in der Schweiz.
Die Beliebtheit des Kebabs steigt laut den Zahlen des Dönerverbandes stetig an. So hat sich die Menge des in der Schweiz verbauchten Dönerfleischs seit 2004 verzehnfacht. Damals waren es erst 2400 Tonnen Dönerfleisch.
Von den 51,35 Kilo Fleisch, die der Schweizer 2015 pro Kopf verdrückte, entfielen 2,9 Kilo oder rund 5,6 Prozent auf Dönerfleisch.
Der Schweizer Dönerverband behauptet jedoch:« Der Konsum pro Person ist verglichen mit Deutschland sehr viel höher.»
Der Vergleich mit Deutschland zeigt: Zwar stehen in der Schweiz mehr Dönerbuden pro Einwohner, doch der Konsum pro Kopf ist in Deutschland noch etwas höher.
Herstellung und Qualität
Plätzlidöner bestehen aus 85-89% Pouletschenkelfleisch oder Kalbsbrust. Hackfleischkebab enthalten 80%-85% Kalb- und Rindfleisch, allenfalls auch Lamm, dazu kommt ein Anteil Paniermehl, damit die Konsistenz weicher wird (reines Hackfleisch würde eher gummig).
Der grösste Kebab-Hersteller in der Schweiz ist nach eigenen Angaben Royal Döner AG mit einem Marktanteil von über 55 Prozent und einem Jahresumsatz von 30 Mio. Die Winterthurer Firma verarbeitet Kalb-, Lamm- und Kaninchenfleisch zu Dönerspiessen und beliefert schweizweit 700 Kebabstände und Restaurants. Das Gewicht der Royal-Grillspiesse liegt bei mindestens 5 kg. Der grösste Grillspiess hat einen Durchmesser von ca. 45cm, ist 75cm hoch und wiegt 80 kg. Er ist nicht zylindrisch sondern kegelförmig, «damit austretendes Fett besser abläuft», begründet Stephan Paegelow, Einkaufs- und QS-Leiter von Royal Döner AG.
Paegelow gibt Tipps: An der Oberfläche muss die Fleischtemperatur während mindestens 10-15 min über 80 Grad betragen. Abschneiden soll man so dünn wie möglich (ca. 2-3mm). Einen unverbrauchten Rest nach Feierabend sollte man nicht am Stück kühlen. Besser ist es, ihn fertig zu grillieren und das Geschnittene einzufrieren. Dieses kann man später in der Pfanne erhitzen. Die Kebabgrillspiesse sollten aus qualitativen und hygienienischen Gründen bis zum Feierabend fertig grilliert werden.
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) stellte bei Stichproben fest, dass oft billigere Fleischarten als Kalb-, Rind- oder Lammfleisch verwendet wurden oder der Ware stärkehaltige Bindemittel zugesetzt waren. Dies sei eine Folge des harten Preiswettbewerbs unter den Herstellern.
Geschichte des Döner Kebab
Auch wenn der Döner heute zu den beliebtesten Fastfood-Gerichten Mitteleuropas zählt, blickt er auf eine lange Geschichte zurück, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Damals kamen unabhängig voneinander zwei türkische Köche auf die Idee, Hammelfleisch an einem vertikalen Spiess zu braten. Serviert mit Reis und scharfer Sauce waren die Osmanen schon bald überzeugt von der Erfindung des sich drehenden Fleischbratens.
Der Sprung nach Europa geschah über Berlin-Kreuzberg in den 1970er Jahren. Mit dem ursprünglichen Tellergericht hat die deutsche Version des Döners jedoch nicht mehr viel gemein. Dem deutschen Gaumen angepasst, wird er noch heute im Fladenbrot mit Salat und Sauce angeboten.
Somit wird die landläufig verbreitete Meinung, dass der Döner ein türkisches Nationalgericht sei, stark relativiert. Nichtsdestotrotz hat sich der Döner heute in ganz Europa etabliert und sich zum Fast-Food-Produkt Nummer eins entwickelt - auch in der Schweiz.