Die türkische Küche ist ein Fest für die Sinne, in der sich Orient und Okzident auf wunderbare Weise begegnen. Neben herzhaften Speisen spielen auch Süssigkeiten eine wichtige Rolle. Die Türken lieben ihre Süssspeisen aus Butter, Nüssen, Pistazien, Mandeln und Rosenwassersirup über alles. Für uns sind sie zwar meist etwas auf der sehr süssen Seite, doch mit einem Kaffee und einem Glas Wasser sind sie auch für uns fein.
Nach einem reichhaltigen Abendessen, das oft aus einer Menüfolge aus drei oder mehr aufeinander folgenden Gerichten besteht, dürfen süsse Desserts und frisches Obst nicht fehlen.
Beliebte türkische Desserts im Überblick
Hier ist eine Liste einiger der beliebtesten türkischen Desserts, die Sie unbedingt probieren sollten:
- Baklava: Eine traditionell türkische Nachspeise aus Blätterteig, gefüllt mit Nüssen und getränkt in Sirup.
- Türkische Halva: Ein extrem beliebtes Dessert, welches zu jedem Anlass genossen werden kann.
- Künefe: Ein türkisches Dessert aus Käse und knusprigem Kadayif-Teig, das traditionell mit süssem Sirup serviert wird.
- Revani: Ein saftiger Griesskuchen, der nach dem Backen in Sirup getränkt wird.
- Loukoumades: Eine Süssspeise der arabischen, griechischen und türkischen Küche.
Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, aber sie gibt Ihnen einen guten Überblick über die Vielfalt türkischer Desserts.
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Künefe: Ein Rezept zum Nachmachen
Künefe ist ein besonders beliebtes türkisches Dessert. Hier ist ein Rezept, mit dem Sie es zu Hause zubereiten können:
Zutaten:
- Kadayif-Teig
- Dil Peyniri (oder Mozzarella)
- Butter
- Zucker
- Wasser
- Limette
- Honig
- Kikkoman Sojasauce
- Zimt
- Puderzucker
- Pistazien
- Orangen
- Kaymak (optional)
Zubereitung:
- Butter schmelzen. Etwas Limettenschale abreiben, Limette halbieren und Saft auspressen.
- Limettenabrieb und -saft mit Honig, Kikkoman Sojasauce, Zimt und 75 ml Wasser in einem kleinen Topf 3-5 Min. köcheln lassen.
- Eine Pfanne (22 cm Ø) oder 4-8 Portionsförmchen mit reichlich Butter einfetten.
- Die Hälfte der Kadayif-Butter-Mischung in die Pfanne geben und gleichmässig fest andrücken.
- Dil Peyniri darauf verteilen, dabei einen ca. 1 cm breiten Rand frei lassen.
- Die restliche Kadayif-Butter-Mischung darauf geben und gut andrücken, bis die Oberfläche fest ist und die Ränder „rund” sind.
- Die Pfanne bei niedriger bis mittlerer Temperatur erhitzen und Künefe 3-5 Min. braten, bis die Unterseite goldbraun ist.
- Wenden (z. B. mithilfe einer Tortenplatte oder eines grossen Tellers) und weitere 2-4 Min. braten.
- Orangen schälen und filetieren.
- Das Künefe mit ca. ¾ des Zuckersirups beträufeln, mit dem Puderzucker bestäuben, mit Pistazien und den Orangenfilets garnieren und servieren.
- Den übrigen Zuckersirup und nach Belieben Kaymak dazu reichen.
Tipp: Das Künefe sieht besonders ansprechend aus, wenn es, z. B. für ein festliches Essen, in Portionsförmchen zubereitet wird. Wer mag, kann das Dessert noch mit essbarem Goldglitzer oder -staub garnieren.

Revani: Saftiger Griesskuchen
Revani ist ein weiteres beliebtes Dessert, das sich leicht zu Hause zubereiten lässt. Hier ist ein einfaches Rezept:
Zutaten:
Teig
- 4 Eier
- 180 g Zucker
- 1 Beutel Dr. Oetker Vanillin-Zucker
- 140 g Griess
- 100 g Mehl
- 1 Beutel Dr. Oetker Backpulver
- 1 dl Speiseöl, z. B. Rapsöl
- 250 g Joghurt nature
Zum Tränken
- 200 g Zucker
- 3 ½ dl Wasser
- 1 TL Zitronensaft
Garnitur
- etwas Kokosraspel
- einige Pistazien, gehackt
Zubereitung:
- Dr. Oetker Backrahmen (20×35 cm) auf ein Backblech stellen. Quer und längs mit einem Backpapierstreifen auslegen. Backofen vorheizen: Ober- und Unterhitze: etwa 170 °C, Heissluft: etwa 160 °C.
- Eier, Zucker und Vanillin-Zucker zusammen schaumig rühren. Öl, Joghurt und Griess zugeben und kurz unterrühren. Mehl und Backpulver darübersieben und unterheben. Den Teig in den vorbereiteten Backrahmen füllen und glatt streichen.
- In der unteren Hälfte des Ofens während ca. 40 Minuten backen. Einschub: in der unteren Hälfte des Backofens.
- Zucker und Wasser zusammen aufkochen und ca. 5 Minuten kochen. Vom Herd nehmen Zitronensaft zugeben und abkühlen lassen.
- Den noch heissen Kuchen mit der Zuckerlösung übergiessen und erkalten lassen. In beliebige Stücke schneiden.
- Mit Kokosraspel und Pistazien die einzelnen Gebäckstücke bestreuen.
Tipp: Damit die Backpapierstreifen nicht verrutschen, können sie sehr gut mit Büroklammern befestigt werden.

Weitere kulinarische Aspekte der türkischen Küche
Neben den Desserts bietet die türkische Küche noch viele weitere Köstlichkeiten. Am Morgen beginnt man mit dem Frühstück (Kahvalti), das typischerweise aus Brot, Schafskäse, grünen und schwarzen Oliven, Tomaten, Gurken, Konfitüre und Tee (Cay) besteht. Auch gesüsste Milch ist üblich (Süt). Es folgt das Mittagessen, dass man entweder zu Hause oder in einem 'Lokanta' einnimmt. Es besteht meist aus kleinen heissen Gerichten wie Suppen, traditionellen Gerichten ('Lahmacun'), verschiedenen "Döner"-Arten, gegrilltem Fleisch, Salat als Beilage, Desserts und frischem Obst.
Eine Grundlage der türkischen Küche ist das Weizenbrot. Das gewöhnliche Brot wird 'Ekmek' genannt. Daneben gibt es auch das Fladenbrot 'Pide'. Als Fleisch wird in der türkischen Küche Lamm- und Hammelfleisch bevorzugt. Letzteres vor allem als Hammel am Spiess oder Döner kebab. Schweinefleisch ist dem gläubigen Moslem verboten.
Die Gewürze werden in für unseren Gaumen exotischen Kombinationen und in grossen Mengen verwendet: Dill, Thymian, Minze, Safran, Zimt, Nelken und Rosinen werden auch bei Fleischgerichten, Suppen und Reisgerichten eingesetzt.
Im Sommer trinken die Türken viel 'Ayran'. Dies ist ein Joghurtgetränk mit Salz und Wasser, das dem Körper das nötige Salz zuführt. Daneben ist Tee (Cay) das Getränk für alle Gelegenheiten, das im Glas mit (viel) Zucker serviert wird. Er begleitet sozusagen jedes Gespräch und jedes Warten. Für die Teezubereitung wird zunächst ein starkes Konzentrat hergestellt. Man verdünnt den Tee dann mit heissem Wasser. Die Teestärke kann so individuell variiert werden. Oft wird dazu auch ein Samovar verwendet. In den Städten ist in den meisten Restaurants auch Bier erhältlich (Bira). Bekannt sind die marken Tekel, Efes und Tuborg. Erstaunen mag, dass in der Türkei auch ausgezeichnete Weine (Sarap) erzeugt werden.