Der Anbau von eigenem Gemüse im Garten oder auf dem Balkon erfreut sich grosser Beliebtheit. Um eine reiche Ernte zu erzielen, ist es wichtig, die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen zu berücksichtigen, insbesondere den richtigen Pflanzabstand. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über den Anbau verschiedener Gemüsesorten und gibt wertvolle Tipps für den erfolgreichen Anbau.

Radicchio anbauen
In gut bestückten Gemüseabteilungen im Supermarkt finden sich violett-rote, kleine Köpfe, die mit weißen Zeichnungen versehen sind: Radicchio. Dieser Salat ist eng mit dem Chicoree verwandt und besitzt ebenso wie dieser ein feinherbes Aroma. In früheren Zeiten war der Radicchio ausschließlich als Importware erhältlich; seit einigen Jahren jedoch wird er auch in heimischen Gefilden angebaut. Probieren Sie es aus!
In Anlehnung an seine südeuropäische Heimat mag der Radicchio Wärme und Sonne sehr und sollte deshalb auch an einem möglichst sonnigen Standort angebaut werden. Der Boden sollte locker, tiefgründig und humusreich sein. Die Aussaat erfolgt ab Mitte Mai direkt ins Freiland. Gesät wird in Reihen, die einen Abstand von 30 cm zueinander haben sollten. Haben die kleinen Pflänzchen eine Größe von circa 5 cm erreicht, müssen sie ausgedünnt werden. Ein Abstand von 25 cm zwischen den einzelnen Salaten sollte mindestens eingehalten werden; bei den winterharten Sorten reicht es, circa 15 cm Platz zwischen den Pflanzen zu lassen.
Pflegehinweise:
- Gießen: Eine regelmäßige Wassergabe ist unabdingbar.
- Überwintern: Radicchio, der überwintern soll, sollte im Oktober bis auf 4 cm herunter geschnitten werden. Die winterharten Sorten sollten im Winter durch einen Folientunnel oder eine Haube vor Frost geschützt werden. Dieser Schutz sollte jedoch so zeitig wie möglich im kommenden Frühling entfern werden.
Der Radicchio ist ausgesprochen widerstandsfähig und resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Blattläuse können sich - wie auf allen andern Salatsorten auch - ansiedeln. Wird dem Radicchio zu viel Stickstoff zugefügt, kann sich Blattrandbrand bilden.
Acht bis zehn Wochen nach der Aussaat kann der Radicchio geerntet werden. Hierbei werden die Köpfe knapp oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten.
Feldsalat anbauen
Feldsalat hat keine besonderen Ansprüche an den Boden, dennoch mag er einen kalkhaltigen Lehmboden am liebsten. Zusätzlich kannst du die Entwicklung deiner Pflanzen im Herbst noch vereinfachen, indem du vor der Aussaat etwas Kompost in die Erde einarbeitest. Feldsalat verträgt sich ausserdem nicht besonders gut mit Unkraut. Entferne dieses daher möglichst regelmässig, um ein ungehindertes Wachstum und eine reiche Ernte zu ermöglichen.
Wähle für deinen Feldsalat einen möglichst sonnigen Standort. Für den Anbau von Feldsalat gräbst du lange Saatrillen, in welche du die Gemüsesamen im Abstand von circa 5 cm bis 8 cm einbringst. Die Saatrillen sollten maximal 0,5 cm bis 1 cm tief sein. Möchtest du mehrere Saatrillen parallel anlegen, lass zwischen diesen einen Abstand von etwa 15 cm, damit die einzelnen Pflanzen sich nicht gegenseitig bedrängen. Dann füllst du die Saatrille wieder mit Erde auf und drückst diese gut fest. Dafür kannst du zum Beispiel ein Brett zur Hilfe nehmen. Anschliessend giesst du die Aussaat gleichmässig an.
Hinweis: Achte darauf, dass dein Feldsalat nicht unter zu hohen Temperaturen mit direkter Sonneneinstrahlung leidet. Sonst wächst er nicht so gut und bringt weniger Ertrag. Auch nach der Aussaat sollte das Beet immer frei von Unkraut sein. Halte deinen Feldsalat zudem feucht, aber nicht zu nass, sonst können sich Pilzkrankheiten wie Mehltau ausbreiten.
Falls du deinen Feldsalat überwintern möchtest, solltest du ihm im Spätwinter etwas organischen Gemüsedünger zuführen und ihn im Fall von Frost und Schnee mit einem Wintervlies abdecken.
Mangold anpflanzen
Als zweijährige Pflanze kannst du Mangold auch einmal über den Winter in deinem Beet lassen. Suche dir also eine Stelle im Beet, an der das Gemüse zwei Jahre lang einen möglichst sonnenreichen Platz findet. Der frisch umgegrabene, im Idealfall tiefgründige und humose Boden sollte nach allen Seiten rund 40 cm Platz bieten, da Mangold recht gross wird.
Tipp: Als Mittelzehrer benötigt Mangold nur eine mässige Düngung in Form von Kompost und Hornspänen, um gut zu wachsen. Gerade an trockenen Tagen solltest du ihn zudem ausgiebig giessen, jedoch Staunässe vermeiden. Da Mangold leichten bis mittleren Frost verträgt, kannst du ihn über einen milden Winter im Beet lassen.
Spinat pflanzen
Spinat ist ein Tiefwurzler, der tiefgründige Lehmböden mit einem hohen Anteil an Humus bevorzugt. Entferne Unkraut, lockere vor dem Einpflanzen die Erde auf und halte sie gut feucht, da die weichen Blätter schnell austrocknen.
Bei der Standortwahl gefällt es dem Spinat besonders gut, wenn er an einem sonnigen Ort als Folgekultur nach Gemüse wie Tomaten, Gurken, Kartoffeln oder Kohl gepflanzt wird. Diese Pflanzen machen auch gute Beetnachbarn für den Spinat aus. Herbstspinat kannst du im August anpflanzen und Winterspinat im September. Der Spinat wird in Pflanzreihen angebaut, die rund 20 cm Abstand zueinander haben sollten. Die Pflanzen in den einzelnen Reihen brauchen einen Abstand von 15 cm.
Forme mit einem Finger rund 3 cm bis 4 cm tiefe Löcher im Boden, in die du die Samen legst.
Tipp: Sind die Jungpflanzen etwas gewachsen, kannst du kontrollieren, ob sie vereinzelt werden müssen. Das siehst du, wenn viele Pflanzen an einer Stelle wachsen. Achte zusätzlich darauf, Unkraut rechtzeitig zu entfernen, damit das Wachstum deiner Spinatpflanzen nicht gehemmt wird.
Radieschen anbauen
Ziehe dann in deinem Beet oder Balkonkasten Reihen mit einem Abstand von 10 cm bis 15 cm und einer Tiefe von 1 cm. Gute Beetnachbarn für eine Mischkultur sind Tomaten, Bohnen und Salat. Die Samen baust du in einer Pflanzreihe mit einem Abstand von 4 cm bis 5 cm zueinander an. Bedecke die Samen mit etwas Erde und giesse sie mit einem feinen Strahl sehr gut an.
Halte die Erde während der Anbauzeit immer konstant feucht, so kannst du schon nach 30 Tagen eigens geerntete Radieschen aufs Brot schneiden. Radieschen gelten als besonders pflegeleicht, da sie sehr schnell wachsen. Gerade deshalb solltest du sie allerdings bei Trockenheit jeden Tag ausreichend und gleichmässig giessen.
Tipp: Wenn du bereits bei der Beetvorbereitung die Erde gelockert hast und sie durch die Vorkultur mit Nährstoffen versorgt sind, musst du dein Gemüse nicht zusätzlich düngen. Falls du düngen möchtest, vermeide frischen Kompost - Radieschen reagieren sehr empfindlich auf Salze. Durch gelegentliches Hacken kannst du den Boden zusätzlich lockern und deinen Radieschen so ein gutes Wachstum ermöglichen.
Rucola anbauen
Rucola bezieht am liebsten einen Standort auf humosem, sandig-lehmigem Boden, auf dem vorher kein Kohlgemüse gestanden hat. Um den Samen optimale Startbedingungen zu liefern, bereitest du das Beet entsprechend vor. Lockere dafür deinen Boden gut auf und arbeite etwa 2 l reifen Kompost pro Quadratmeter ein. Auch Hornspäne kannst du verwenden.
Du kannst Rucola nach Bedarf von Mai bis September direkt ins Beet säen. Die Rucolasamen werden dabei 1,5 cm tief in die Erde gesetzt. Du säst sie in Reihen aus und lässt zwischen diesen etwa 15 cm bis 20 cm Abstand. Da sich die Wurzeln des Rucola flach in der Erde ausbreiten und nicht in tiefere Erdschichten vordringen, musst du die Bereiche, in denen du ausgesät hast, regelmässig giessen. Ausserdem solltest du den Boden regelmässig auflockern und von Unkraut befreien.
Zusätzlich düngen musst du deinen Rucola nicht, da er ein Schwachzehrer ist und nicht so viele Nährstoffe benötigt. Der einjährige Rucola kann den Winter nicht überleben.
Pflücksalat säen
Du kannst Pflücksalat sowohl im Beet als auch auf dem Balkon anpflanzen. Pflücksalat gedeiht am besten an sonnigen oder halbschattigen Standorten. Er bevorzugt nährstoff- und humusreichen Boden. Pflücksalat sollte im Beet nicht zweimal hintereinander gepflanzt werden oder auf andere Korbblütler wie beispielsweise Kopfsalat, Artischocken oder Chicorée folgen.
Ab Ende März kann dein Pflücksalat direkt im Beet oder im Topf auf dem Balkon ausgesät werden. Achte bei einer Direktaussaat darauf, die Pflanzen nicht zu dicht nebeneinanderzusetzen. Optimal ist ein Abstand von 25 cm zwischen den Pflanzen.
Tipp: Um ungeliebte Mitesser abzuwehren, solltest du deine im Beet gepflanzten Pflücksalate mit einem Schneckenzaun vor Schädlingen schützen.
Mischkultur im Gemüsebeet - So kombinierst du die Pflanzen richtig
Was lässt sich im Herbst ins Gemüsebeet pflanzen?
Im Herbst neigt sich das Gartenjahr langsam dem Ende zu. Neben einer reichen Ernte von Zucchini, Kürbis und Co. Vor allem schnell wachsende Salat- und Krautsorten wie Feldsalat, Rucola und Pflücksalat machen sich jetzt gut im Beet und sind entweder schon nach kurzer Zeit für die Ernte bereit oder überleben sogar den Winter. Auch Gemüse wie Mangold und Radieschen fühlen sich jetzt noch wohl. Wir geben dir hier einen Überblick, welche Sorten an Gemüse du noch im Herbst pflanzen kannst und welche Pflege für den Winter nötig ist.
Gemüse im Herbst ernten
Der Herbst ist die Zeit der Ernte! Je nachdem, was du in deinem Garten angebaut hast, kannst du jetzt jede Menge Gemüse aus der Erde holen. Endlich ist es soweit. Nach den langen Wochen der Pflege des urbanen Gartens ist bereits einiges Gemüse erntereif. Während du deinen selbstgezogenen Kopfsalat garniert mit eigenen Radieschen geniesst, plane die nächste Pflanzrunde.
Mit der Ernte erhältst du freien Platz in deinen Töpfen. Lass diesen nicht ungenutzt. Nachfolgend einige Ideen, was du aktuell Pflanzen könntest. Achte jedoch darauf, welche Pflanzen bereits in den Töpfen gedeihen. Gewisse Pflanzen kannst du nach der Ernte am selben Platz wieder neu säen. Diese sind innert weniger Wochen erntereif. Ausser mit Petersilie und Sellerie verträgt sich Kopfsalat gut mit anderen Gemüsepflanzen. Man kann alle drei bis vier Wochen neuen Samen direkt säen oder als Setzling pflanzen. Kopfsalat ist ziemlich anspruchslos. Er gedeiht am besten bei einer durchschnittlichen Temperatur von rund 15 °C. Bei Temperaturen über 20 °C nimmt jedoch die Keimfähigkeit ab. Vergiss die Schnecken nicht. Einige Wochen nach dem Pflanzen entwickeln sich bereits Salatköpfe. Warte nicht zu lange mit der Ernte. Kopfsalat kann nämlich schiessen. Das bedeutet, dass die Pflanze zu blühen beginnt und einen Stängel entwickelt. Der Salat ist dann nicht mehr geniessbar.
Hast du Platz für mehrere Reihen Schnitt- und Pflücksalat, kannst du rund alle vier bis fünf Wochen eine neue Reihe nebenan säen. So geht dir der Salat nie aus. Auch Radieschen lassen sich immer wieder nachpflanzen. Sie reifen innerhalb von vier bis sechs Wochen. Säe sie jedoch nicht zu eng. Sie brauchen rund 4 Zentimeter Abstand zu weiteren Pflanzen. Sonst wachsen nur Blätter aber keine Knollen. Sie gedeihen gut neben Salat. Säe sie jedoch besser nicht neben Melonen und Gurken.
Eine lockere und nicht zu nährstoffreiche Erde an sonniger Lage bietet perfekte Bedingungen für Karotten. Ist der Platz etwas windig, werden Schädlinge eher ferngehalten. Karotten wachsen in die Tiefe. Also besser einen höheren Topf verwenden. Damit die Karotten gut und gerade wachsen, soll der Boden tiefgründig gelockert und alle Steine und Erdklumpen entfernt werden. Zum Säen zieht man eine leichte Furche in die Erde. Dort legt man die Samen rein und deckt sie mit wenig Erde zu. Karotten brauchen einige Zeit bis sie keimen. Es können mehr als drei Wochen vergehen, bis die ersten Keime sichtbar werden.
Wenn die Karotten-Pflanze rund drei bis vier Zentimeter hoch ist, kannst du die Karotten auslichten. Das heisst, dass du Pflanzen, die zu dicht stehen, ausziehst. Schlussendlich soll zwischen den übriggebliebenen Karotten rund fünf Zentimeter Platz sein. Karotten stehen nicht gerne im Wasser. Achte darauf, dass die Erde nicht zu viel Wasser bekommt.
Für einige Pflanzen ist erst jetzt die Pflanzzeit gekommen. Dank den längeren Tagen und wärmeren Temperaturen kannst du Brokkoli direkt ins Beet oder in einen Topf säen. Hast du Kompost, den du verwenden kannst? Dann mische etwas unter die Erde vor dem Säen (etwa drei bis fünf Liter pro Quadratmeter). Mach ein kleines Pflanzloch und lege drei Samen rein. Nach dem Keimen lässt du pro Pflanzloch nur den grössten und kräftigsten stehen. Natürlich kannst du auch direkt Setzlinge pflanzen. Brokkoli braucht etwas Platz.
Brokkoli ist ein relativ unkompliziertes Kohlgemüse, das beinahe ganzjährig geerntet werden kann. Kohlrabi kannst du direkt ins Beet säen. Ziehe dazu eine etwa ein Zentimeter tiefe Rille und lege die Samen hinein. Achte dabei auf ausreichend Abstand zwischen den Samen. Du kannst die Pflanzen auch ausdünnen, wenn sie etwas gekeimt haben. Schädlinge befallen den Kohlrabi gerne. Mit gewissen Pflanzen als Nachbarn, kannst du einem Befall vorbeugen. Gute Nachbarn sind Radieschen oder Buschbohnen. Kohlrabi hat eine Erntezeit je nach Sorte von 12 bis 20 Wochen. Du kannst die Erntezeit etwas verkürzen, wenn du statt Samen säest direkt Setzlinge einpflanzt. Kohlrabi mögen es feucht.
Empfohlene Pflanzabstände für verschiedene Gemüsesorten
Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die empfohlenen Pflanzabstände für die im Artikel genannten Gemüsesorten:
| Gemüsesorte | Reihenabstand | Pflanzenabstand in der Reihe |
|---|---|---|
| Radicchio | 30 cm | 25 cm (winterhart: 15 cm) |
| Feldsalat | 15 cm | 5-8 cm |
| Mangold | 40 cm (rundherum) | 40 cm |
| Spinat | 20 cm | 15 cm |
| Radieschen | 10-15 cm | 4-5 cm |
| Rucola | 15-20 cm | - |
| Pflücksalat | - | 25 cm |
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